Die Haltung, unser zentrales Problem

Wir befinden uns in einem Riesendilemma

Unser Problem ist das Problem jeder Säule, "Wie bleibe ich aufrecht stehen?"( Das Problem vom schiefen Turm zu Pisa) Als die Wirbelsäule immer gerader wurde (von einer C- der Primaten zu einer J-Form des Menschen) und schliesslich auch der Kopf kerzengerade oben auf den Halswirbeln sein Gleichgewicht gefunden hatte, musste irgend etwas dafür sorgen, dass diese grosse und viel zu schlanke Säule nicht aus dem Gleichgewicht kommt. Ein Übergewicht zur Seite hätte die ganze Konstruktion zu Fall gebracht. Die Lösung war genial einfach.

Unsere Säule muss sich bewegen können, und das extrem nach allen Seiten

In die bewegliche Turmkonstruktion wurden einfach Spannungsseile gespannt. Hauptsächlich in der Längsachse, aber auch ein wenig verschraubt, um stabil zwischen vorne und hinten zu sein. Je nach Haltung und Tätigkeit (Belastung) wurde eine Spannungsstrasse angespannt und gleichzeitig die Strasse mit der gegenteiligen Aufgabe entspannt und gelockert. Damit war nach aussen hin die Haltung völlig ausgeglichen. Aber der Vorteil bestand natürlich darin, dass innerhalb der gesamten Konstruktion keine Spannungen sich gegenseitig behindern konnten. Die damals notwendigen, völlig verschiedenen Tätigkeiten haben die unterschiedlichsten Bewegungen in jede Richtung gefordert und dadurch eine Dysbalance praktisch unmöglich gemacht. Das hat sich inzwischen gewaltig geändert. Einseitige Bewegung und vor allem Immobilität haben harte Spuren in jedem von uns hinterlassen.

[Eiffel-Turm]

Wir merken nicht, wie sich unsere Figur durch unser ewiges Sitzen verändert

Da die Veränderung sehr langsam vonstatten geht, können wir weder bei uns noch bei anderen den Wandel in unserer Haltung erkennen, bevor unser Gehirn unzufrieden mit uns wird und Schmerzen in eine Region sendet. Wenn der Kopf ab dem 14. Lebensjahr eigentlich bei jedem in unserer Kultur langsam nach vorne wandert, fällt das kaum jemandem auf. Mit 20 Jahren fangen viele an, ihre Vorderfüsse zu belasten, was später unweigerlich zu Fussdeformitäten und Schmerzen führen wird. Der Oberkörper muss nach hinten gezogen werden, und da wir in dieser Haltung nicht ewig nur in die Wolken gucken wollen, bleibt nichts anderes übrig als den Rücken weiter zu krümmen, damit der Kopf wieder nach vorne kommt. Gleichzeitig wird er aber auch nach hinten abgeknickt, weil wir ja geradeaus gucken wollen. Das ist nicht ganz so günstig, da sowohl Nervengewebe als auch die Gefäße zwischen Hals und Kopf ein wenig abgeknickt werden.

[Wirbelsäule]

Die zunehmende Verspannung registrieren wir lange nicht

Die ursprünglich geradlinigen Belastungsbahnen bekommen immer mehr Schlenker. Die normalerweise lotgerecht nach unten ausgerichteten Kräfte wirken jetzt auch deutlich zu den Seiten. Durch diese Schlangenlinien werden die Faszien übermässig belastet und auseinandergezogen. Als Folge versteifen sie immer mehr. Die bindegewebigen Anteile der Muskeln werden härter. Sie fühlen sich verspannt an. Doch das registrieren wir erst ziemlich spät. Nicht zuletzt deswegen, weil sich das Fasziengewebe im Ruhezustand ohne Belastung in den ersten Lebensjahrzehnten selbst wieder weich machen kann. Wenn wir nichts ändern, ist die weitere Entwicklung vorprogrammiert: Immer unbeweglicher, immer häufiger Schmerzen. Mit zunehmendem Alter steuern wir auf den Rollator zu (na ja, nicht alle von uns).

[Belastungsstrassen] [Faszie]

Wenn wir etwas merken, interpretieren wir es falsch

Irgendwann merkt jeder an ganz unterschiedlichen Stellen, wie verspannt er ist. Schulter- und Nackenregion melden sich am frühsten. Sie sind als erste auseinandergezogen. In dem einträchtigen Versuch der einzelnen Myofibrillen eine weitere Dehnung nicht zuzulassen, werden Knoten gemacht, wie bei einem zu langen Seil. Probleme mit Rücken, Wade und später Arm und Knie sind dann ziemlich gleichmässig in der Bevölkerung verteilt. Die Betroffenen spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie merken genau, wo sie verspannt sind und sie haben die Erfahrung gemacht, wie wohltuend es ist, wenn ihr Partner ihnen den Nacken massiert oder wenn sie einfach nur im warmen Wasser entspannen können. Diese automatische Reaktion scheint völlig vernünftig zu sein, Dehnen ist gut, Dehnen hilft. Es hilft nur für kurze Zeit. Aber, unser Empfinden ist nicht richtig. Unsere Reaktion ist falsch. Es ist unsinnig, einen überdehnten Muskel, der schon schmerzt, noch weiter auseinander zu ziehen. Das sollte eigentlich jedem früher oder später einleuchten.

Die Täter liegen vorne

Sinnvoll wäre es, sich nach den Übeltätern umzusehen und diese zu behandeln. Aber die liegen auf der Vorderseite und machen sich durch gar nichts bemerkbar. Sie sind praktisch unsichtbar. Trotzdem ist es unverständlich, wie wenig unsere - ach so moderne - Medizin diesem Umstand Beachtung schenkt. Es gibt aber noch mehr Fallen. Helfen können hier unter anderem die Kenntnisse der 4 Muskelgesetze.

[Muskelgesetze]

Die Folge ist logischerweise eine falsche Behandlung, auch von Fachleuten

Was kann man dagegen unternehmen? Vieles! Wahrscheinlich haben Sie schon selbst alles Mögliche ausprobiert. Hat aber alles nicht so richtig funktioniert. Wenn Sie nicht alleine zu recht kommen, muss ein Spezialist her. Die Erfahrung, die Sie jetzt machen, ist eigentlich unglaublich. Wir können Sonden zum Mars schicken und Atome spalten, aber keine Schmerzen behandeln. Das Problem ist so gross, dass mehrere Spezialisten zu Rate gezogen werden müssen, die nach langem Abwarten und unzähligen Untersuchungen ihre Lösungen präsentieren, Medikamente und/oder Operation. Ich will damit nicht sagen, alle Operationen seien unsinnig. Wenn schlussendlich nach jahrzehntelangem Warten irgendein Gelenk kaputt ist, gibt es keine Alternative mehr. Die Behandlung, oder besser noch die Prophylaxe, muss so früh beginnen, dass das Haltungsproblem sich von selbst auflöst. Viele Operationen sind auch deshalb falsch, weil sie das eigentliche Problem, die Verspannung und die damit in Folge eingeschnürten Gelenke nicht beachten und auch die Möglichkeit einer selbstregulierten Heilung gar nicht in Erwägung ziehen.

Verhalten Sie sich nicht wie eine Fliege, die stundenlang gegen eine Fensterscheibe anfliegt

Wir lassen uns alle viel zu sehr vom allgemeinen Mainstream beeinflussen. Jeden Tag machen wir mehr und mehr die Erfahrung, dass wir auch Fachleuten nicht mehr unbedingt vertrauen können. Aber auch eigene schlechte Erfahrungen werden zu selten hinterfragt. Wir verhalten uns zu oft wie eine Fliege, die unentwegt stur gegen eine Fensterscheibe fliegt, immer wieder und immer wieder, ohne etwas zu lernen. Die Bodybuilding Studios sind voll von Leuten, die wegen ihrer Schmerzen versuchen, ihre Muskeln zu kräftigen. Mit dem Erfolg: Nach einigen Wochen müssen sie aufhören. In der Pause erholt sich der Körper wieder. Sobald die Schmerzen ein wenig nachlassen, wird gleich wieder mit dem Training begonnen, bis man gezwungen wird, ganz aufzuhören. Das ist leider meine tägliche Erfahrung.

Was soll die elterliche Ermahnung “Setzt dich gerade hin“?

Irgendwie setzt unser kritischer Verstand kollektiv aus, oder wie erklären Sie sich das Verhalten von Generationen von Eltern, die Ihre Kinder auffordern, die Schultern zurück zu ziehen, um eine "bessere Haltung" zu haben? Hat noch nie funktioniert, trotz milliardenfacher Versuche (die Brustmuskulatur muss nämlich entspannt (verlängert) werden und nicht die Schultermuskulatur verkürzt).

[Horizont]

Rückenschmerzen und Waschbrettbauch passen nicht zusammen?

Sie wollen noch ein Beispiel? Keiner lacht über den aberwitzigen Rat, bei Rückenschmerzen die Rückenmuskulatur zu stärken oder bei denselben Beschwerden sich gar einen Waschbrettbauch durch entsprechendes Training zu wünschen (auch hier muss unter allen Umständen die Bauchseite entspannt und verlängert, nicht verkürzt werden). Millionen machen jeden Tag die gleiche Erfahrung und sind doch nicht in der Lage, anders als eine Fliege zu handeln (oder eine Motte, die immer wieder ins Licht fliegen muss, bis sie irgendwo von einem Feuer erwischt wird und verbrennt). Es liesse sich eine ganze Seite weiterer Beispiele aufführen, welche die Ernsthaftigkeit dieses Problems veranschaulichen.

[Muskelgesetze]

Erlösung findet nur, wer wirklich die Muskelgesetze komplett verstanden hat

Ein Beispiel noch soll zeigen, wie wichtig es ist, wirklich verstanden zu haben, wie die Zusammenhänge im Muskelsystem funktionieren. Oder konkreter, wie die eigenen Schwachstellen entlastet werden können (müssen).

Kleine Fehler können Jahrzehnte lang Schmerzen nach sich ziehen

Vor 25 Jahren war ein Patient mit schmerzgepeinigtem Rücken bei einem der auch damals sehr seltenen Therapeuten, der das wesentliche Problem des Patienten, nämlich die Verspannung der Vorderseite, erkannt hatte und eine entsprechende Dehnposition zur Lösung empfahl. Vom Wesen her entsprach die Übung derjenigen, die wir heute "Hangover" nennen, bei der praktisch die gesamte Vorderseite verlängert wird. Er habe die Übung konsequent jeden Tag gemacht, aber die Schmerzen seien trotzdem fast dauernd vorhanden, wenn auch in unterschiedlicher Stärke, so der Patient in der Sprechstunde. Meine spontane gedankliche Reaktion war: "Das kann unmöglich sein, die Übung ist ok, offensichtlich wird hier ein wenig übertrieben und die Übung ist viel seltener gemacht worden". Ich habe dann doch sicherheitshalber darum gebeten, mir die Übung vorzumachen. Alles war richtig.

Der vordere Bauchmuskel muss auch entspannt werden

Bis auf einen entscheidenden Fehler (oder ein Missverständnis), der die Übung in ihr Gegenteil verkehrte. Richtig verstanden war, dass auch der äussere Bauchmuskel (Six-Pack)  gedehnt (verlängert) werden muss. Gleichzeitig wurde aber dieser Muskel auch maximal angespannt (wie es auch der Fall ist, wenn Sie sich im Hohlkreuz rückwärts auf einen dieser grossen Gummibälle legen). Die Wirkung ist nicht nur aufgehoben, sondern der Muskel wird gezwungen, sich maximal zusammenzuziehen und damit zu versteifen. Er muss das tun, damit die Wirbelsäule nicht verletzt wird. Fazit: Es ist kein Erfolg zu erwarten. 25 Jahre vergebliche Mühe. Die Übung ist nur dann richtig und erfolgreich, wenn die Bauchmuskulatur komplett entspannt ist. Das geht nur, wenn Sie selbst entspannt auf einer Unterlage liegen. Nur die Beine sollen ja nach unten zeigen.

[Hangover]

Beachten Sie die Gesetze

Sollten Sie nur eines dieser Gesetze (Voraussetzungen) nicht beachten, so werden Sie automatisch einen falschen Schluss ziehen und dementsprechend auch falsch handeln (siehe oben).

[Muskelgesetze]

In der klassischen Medizin handelt man nicht nach diesen Regeln

Fast alle diese Regeln werden in der klassischen Medizin missachtet. In der Paramedizin finden sich regelmässig vernünftige Ansätze, die aber wichtige Faktoren auslassen und deswegen nur vorübergehenden Erfolg haben, wenn überhaupt. Das bedeutet, Millionen Patienten werden jeden Tag mit immensen Kosten fragwürdig behandelt.

Denken Sie immer daran: Sie haben keine furchtbare, mit dem Alter zunehmende “Erkrankung“, sondern lediglich ein paar unbequeme Verspannungen.

Machen Sie sich Ihre Schwachstellen bewusst und machen Sie Ihre paar Übungen (gemäss den Muskel-Gesetzen)

Ziel meiner Methode ist es, Ihnen als betroffene Person Ihre persönlichen Schwachstellen bewusst zu machen, damit Sie jegliche Dysbalance vermeiden können. Ich möchte Ihnen die Tricks und Techniken vermitteln, die Ihnen weiterhin in der Zukunft ein schmerzfreies Leben sichern.

[Übungen]

Weiter:

[Stress]

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Dr. J. A. Stuckensen
Giesshübelstrasse 66
8045 Zürich

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