Schmerz – Sinn oder Unsinn

Schmerz hat eine Funktion

Wäre der Schmerz nicht, wir könnten nicht überleben. Er schützt uns vor Verletzungen, indem er schädliche Bewegungen verhindert und er zwingt uns zur Schonung nach Verletzungen. Und zwar so lange, bis der Schaden repariert ist.
Schmerz ist von Natur aus ein Schutzschmerz, und damit immer sinnvoll (Natur), weder gut noch böse. Er hat lediglich eine Funktion.



Hier macht Schmerz Sinn – Der Normalfall – Eine Verletzung

Stellen Sie sich vor, Sie rutschen beim Gehen auf einem glatten Boden nach vorne weg. Instinktiv strecken Sie die Hände nach hinten aus, um den Fall des Körpers abzufedern. Unfall Schmerztherapie ZürichDie Hand trifft auf den Boden und wird ruckartig nach hinten gedehnt. Die Muskel und Sehnen an der Innenseite des Armes sind nicht lang genug, sie sind auf dieses plötzliche Ereignis nicht vorbereitet. Die Folge ist eine Zerrung oder gar ein Riss dieser Muskulatur, der Handbeuger.

Das führt reflektorisch zu einer sofortigen Verkürzung der noch intakten Muskelfasern.
Betrachten Sie ihre Hand nach dem Unfall, so finden Sie sie abgeknickt. Sie zeigt nach unten, denn die Muskeln sind hier verkürzt (Fallhand). Eine Streckung ist nicht möglich. Sie haben Schmerzen.

Jetzt kommt das Sonderbare. Handschmerz Schmerzbehandlung ZürichDer Schmerz liegt oben auf dem Handgelenk, und nicht, wie man vermuten würde, in der Mitte der Innenseite des Unterarms, wo die verletzten Muskelpartien sind. Der Schmerz erscheint also auf der Gegenseite der Verletzung. Die Hand hängt mehr oder minder schlaff herab.


Warum ist das so?

Ganz einfach. Das Strecken der Hand soll verhindert werden. Die geschädigten Beuger müssen sich schonen. In der jetzt anstehenden Heilphase dürfen sie nicht gestreckt werden. Das geht aber nur, wenn auf der gegenüber liegenden Seite die Strecker sich nicht bewegen können, wenn sie lahm gelegt werden.

Wie funktioniert das?

Gehirn befiehlt Schmerz, Schmerzbehandlung ZürichDas Gehirn alleine entscheidet, ob ein Schmerz sinnvoll ist oder nicht. Wenn Verletzungsgefahr droht wird ein Signal ausgesendet zu den Sehnen und in den Bandapparat der Gegenmuskulatur. Hierhin wird der Schmerz projeziert. Das Heben der Hand soll jetzt weh tun. So lange und in dem Masse, bis der Schaden auf der verletzten Seite ausgeheilt ist. Dass das Gehirn alleine die Entscheidung trifft und die objektive Härte der Verletzung nicht massgebend ist, sehen wir in Extremsituationen wie Kampf oder Flucht. Adrelaninausschüttung unterdrückt dann den Schmerz.




Hier macht Schmerz keinen Sinn

Der Chronische Schmerz – Eine Verkürzung

Zwei Situationen können zu dauernder Verkürzung führen:

  • Der Muskel wird nicht bewegt.
  • Der Muskel wird einseitig zu lange belastet.



Erste Falle – Immobilität

Durch Immobilität werden Sehnen verkürzt, Schmerzbehandlung ZürichVerharrt ein Muskelstrang in einer verkürzten Position, weil er kaum oder gar nicht gebraucht wird, so passt sich seine Länge an, er schnurrt zusammen und verhärtet. Jeder, der einen Gips getragen hat, kennt das. Der Volksmund drückt das so aus: Wer rastet, der rostet.

Unsere mobilste aller Gesellschaften fördert die Stilllegung oder Schwächung ganzer Muskelgruppen durch eigene Immobilität.

Oft passierts beim Aufstehen - Ischias, Schmerzbehandlung ZürichAm häufigsten davon ist der Rücken betroffen, denn von morgens bis abends sitzen wir, beim Kaffeetisch, auf dem Weg ins Büro, bei der Arbeit, abends vor dem Fernsehen oder im Theater. Selbst nachts verbringen 50% von uns in der embryonalen Hockstellung.
Folge davon: Die grossen Beugemuskeln der Vorderseite schrumpfen. Die Schmerzen aber treten im Rücken auf, hauptsächlich im Hüft-, Lenden- und Halsbereich, und zwar solange bis die Frontmuskeln gedehnt sind.



Zweite Falle – Monotone Bewegung – einseitige Belastung

Jedes mal, wenn wir durch eine gleichförmige Bewegung einen Muskel belasten, bleibt eine ganz kleine Restspannung zurück, das heisst, er verkürzt sich ein wenig, verspannt sich, wird steif. Wir kennen das von einem Wandertag. Am Abend sind unsere Beine wie Blei.


Eine andere Situation aus dem Alltag

Lumbago durch langes Sitzen, Schmerzbehandlung ZürichBeim Tippen am Computer drücken die Finger bei jedem Anschlag 6-8 Gramm nach unten. Nicht bemerkenswert, werden Sie sagen. Aber pro Tag summiert sich das bei einer Sekretärin auf mehr als 1000 kg. Jeden Tag verkürzt sich die Muskulatur der Handbeuger ein wenig. Ohne passive Dehnung oder aktive Mobilisation geraten wir immer näher an die Schmerzfalle.


Die Erkenntnis

Dem Menschen als Individuum begegnet der Schutzschmerz in zwei Formen

  • “Der sinnvolle Schmerz”
    Akut – vorübergehend – schützend – heilend – bewahrend
  •  “Der sinnlose Schmerz”
    Chronisch – dauernd – immer wieder kehrend – zerstörend – krank machend
Seien sie nicht länger Opfer des sinnlosen Schmerzes – Sie können etwas dagegen tun!