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Winter 2017/2018

ArtikelCha

Blick.ch     14.2.2017

Fit oder fett: Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz - oder doch?

Punkto Rückenschmerzen und deren Behandlung gibt es neue Erkenntnisse – oder doch zumindest eine interessante Theorie.

Werner Vontobel      

Kein Rückenschmerz ist gleich wie der andere, doch zumindest für die Schmerzen im Kreuz, wie sie etwa beim Wandern oder bei einer Stehparty entstehen, gibt es ein klares Muster. Es fängt damit an, dass man den Kopf nach vorne neigt und den oberen Rücken leicht krümmt. Um das Gleichgewicht zu wahren, schiebt man das Becken nach vorne. So entsteht ein leichter Hohlrücken. Da nun aber die Statik immer noch leicht nach vorne geneigt ist, ist der Rückenstrecker ständig damit beschäftigt, den Oberkörper nach hinten zu ziehen. Das schmerzt.

Schwäche der Wirbelsäulenmuskulatur

Das brachte den amerikanischen «Muskelpapst» Arthur Jones in den 70er-Jahren auf die Idee, Rückenschmerzen mit gezieltem Muskeltraining zu heilen. Schon damals führten Forscher den Schmerz auf eine Schwäche der Wirbelsäulenmuskulatur zurück. Das Problem bestand darin, ein Gerät zu entwickeln, mit dem man den tief liegenden Rückenstrecker isoliert trainieren kann. Jones soll über 100 Millionen Dollar in die Entwicklung seiner Geräte (Markenname Nautilus) gesteckt haben. Mitte der 80er-Jahre konnte er seinem Schweizer Freund und Geschäftspartner Werner Kieser melden: Problem gelöst.

Seither kann jedermann in den Kieser Studios auf dem Gerät F3 seinen erector spinae stärken. Meist verbessert sich die Kraft innerhalb weniger Wochen markant. Auszug aus der Kieserwerbung: «Bei Menschen mit Rückenbeschwerden ist diese Muskelgruppe fast immer zu schwach. In den meisten Fällen hilft eine gezielte Kräftigung der tiefen Rückenstrecker. Diese lässt sich mit Hilfe spezifischer Trainingsmaschinen erzielen, wie sie bei Kieser Training zum Einsatz kommen. Sogar chronische Beschwerden lassen sich lindern oder beseitigen.»

Kieser habe den Unterschied nicht begriffen

So weit die Kieser-Theorie und -Praxis. Jetzt hält einer dagegen: Der Schmerztherapeut Dr. Jörg Stuckensen. Seine Arztpraxis liegt nur wenige Hundert Meter von Kiesers Hauptsitz an der Sihl entfernt. In seinem neuen Buch «chronischer Schmerz ist nur Verspannung» gibt es ein Kapitel mit dem Titel «Der Märchen vom starken Rücken». Das zielt direkt auf Kiesers Werbespruch «Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz». Doch warum soll das falsch sein? Weil, so Stuckensen, Kieser den Unterschied zwischen überdehnt und konzentrisch verspannt nicht begriffen habe.

Wie bitte? Stuckensen argumentiert so. Erstens gibt es im Körper ein Zusammenspiel zwischen allen Muskeln, das von den Faszien orchestriert wird. Im Fachjargon der Faszien-Spezialisten spricht man von Tensegrity, eine Spannung die über den ganzen Körper aufrecht erhalten wird. Zweitens hat jeder Muskel seinen Gegenspieler. Es gibt immer einen Beuger und einen Strecker. Der Gegenspieler des Rückenbeugers sind die Bauchmuskeln. Der Gegenspieler des Armbeuger, des Bizeps, ist der Triceps, der Armstrecker. Ein Blick in jedes Fitnesstudio zeigt, dass die Beuger viel mehr trainiert werden als die Strecker. Also muss man das doch ausgleichen, indem man auch den Strecker trainiert. Ein Punkt für Kieser, scheint es.

Wir wären längst total verkrümmt

Hier kommt nun Stuckensens raffinierter Gegenzug: Strecker und Beuger sind durch die Tensegrity so miteinander verbunden, dass sie immer gleichzeitig trainiert werden. Wäre das nicht so, wären wir längst total verkrümmt, denn der Beuger wird fast immer mehr beansprucht. Das Zusammenspiel ist aber so organisiert, dass der Beuger im Endeffekt dominiert. «Wenn tagsüber der Rückentrainiert wird und wenn nachts dann die Muskelmasse erhöht wird, so imponiert das der Frontseite nicht, weil sie ihre Muskalatur automatisch anpasst. Wär das nicht so, würde eine erhebliche muskuläre Dysbalance entstehen.» Da dieser Anpassungprozess aber Zeit brauche, so Stuckensen, könne es durchaus sein, dass ein Training des Rückenstreckers vorübergehend Erleichterung bringe. Die halte allerdings nicht an, weil der Beuger aufholt.

Das leuchtet intuitiv ein. Es gibt in unserem Körper Millionen von Prozessen, die wir nicht oder jedenfalls nur beschränkt steuern können. Der genetische Autopilot übernimmt. Zum Glück, denn er weiss es besser. Offenbar ist das auch beim Muskeltraining so. Wir meinen, bewusst ausgewählte Muskeln trainieren zu können, aber letztlich bestimmt die automatische Steuerung wo Muskeln aufgebaut werden.

Was heisst das nun in der Praxis? Leider ist Stuckensens Buch im Bezug auf konkrete Übungen sehr sparsam. Generell geht es darum, die Bauchmuskeln zu strecken und zu lockern. Das kann man beispielsweise dadurch erreichen, dass man die Beine vom Becken an über die Bett- oder Tischkante baumeln lässt und gleichzeitig die Hände über den Kopf streckt. (Das hilft, wie der Autor bestätigen kann, auch gegen Rückschmerzen bei Wanderungen und Velotouren). Auch für die morgendliche Meditation kann man die Übung nützen. Zweite Übung: Man lege sich flach auf den Rücken, Arme am Körper, atme voll aus und hebe und senke kräftig den Bauch. Einatmen. Mehrmals wiederholen. Das soll man mindestens sechs Wochen lang regelmässig machen und in dieser Zeit auf alle Kräftigungsübungen verzichten, vorne und hinten. Danach darf man wieder voll «kiesern».

Kopf hoch, Blick zum Horizont

Die Bauchrollen-Übung bewirkt, dass die Rippen und Wirbelsäule kräftig massiert und gelockert werden. «Es ist», so Stuckensen, «als würden die Karten neu gemischt.» Der Körper habe dadurch die Chance, sich daran zu erinnern, wie er das Zusammenspiel der Muskeln damals in der Jugend organisiert habe. Mit dieser Übung könne man dem Formengedächtnis des Körpers auf die Sprunge helfen. Sonst noch etwas? Ja. Kopf hoch, Blick zum Horizont, beim Gehen die Hüften einsetzen, erst bewusst, dann geht es automatisch.

Doch weiss es Stuckensen wirklich besser als Kieser? Um diese Frage zu beantworten, müsste man viel wissenschaftliche Literatur über Faszien und über neuronale Steuerung des Muskelaufbaus studieren. Vermutlich müsste man für ein definitives Urteil sogar neue Forschungsergebnisse abwarten. Aber man kann das eine oder andere auch einfach ausprobieren. Schädliche Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten.

2 Kommentare

jürg frey aus teufen
14.02.2017
Habe Jahre Krafttraining gemacht, seit 1992, habe immer geschaut, dass ich die Übungen richtig mache, klar hab ich irgendwann auch mit schwereren Gewichten trainiert, aber meinem Rücken hat es jetzt spürbar mit 58 geschadet! Trainiere zwar noch immer 2-3 Mal wöchentlich, rate aber jedem von Extrem-Gewichten ab. Der Rücken ist dafür nicht gemacht.

Abdul Mohammed Karim , via Facebook 14.02.2017
ch (38) mache seit Jahren schwere Grundübungen wie Kreuzheben und Kniebeugen. Momentan hebe ich 120 kilo und ich hatte schon ewig keine Rückenschmerzen mehr. Vergesst die ganzen Supertools, Rollen etc. alles Schwachsinn und Geldmachrei. Die Muskel entwickeln sich nur wenn man sie auch mit Gewichten trainiert.

Nächste Woche: Kiesers Antwort und was Stuckensen dazu sagt.

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Blick.ch      22.2.2017

Was hilft gegen Schmerzen Rückenstrecker trainieren oder Bauchmuskeln entspannen?

Was hilft gegen Rückschmerzen? Den Rückstrecker trainieren oder die Bauchmuskeln entspannen? Werner Kieser antwortet auf Jörg Stuckensen.

Werner Vontobel     

Gemäss dem Zürcher Schmerztherapeuten Jörg Stuckensen kommen Rückenschmerzen von einer Überdehnung der Rückenmuskeln. Diese könne am besten durch eine Entspannung und Streckung der Bauchmuskeln beseitigt werden. Er begründet dies mit den praktischen Erfahrungen, die er mit seinen Patienten macht. Hingegen bringe eine Kräftigung der Rückstrecker – wie sie Werner Kieser empfiehlt – nichts, denn im Zusammenspiel von Rücken- und Bauchmuskel gebe immer der Bauchmuskel den Ton an.

Werner Kieser – der vom Kieser-Training – widerspricht vehement: Muskuläre Ungleichgewichte könnten sehr wohl durch eine Kräftigung des Rückstreckers behoben werden. «An hunderttausenden von Trainierenden stellen wir fest, dass die Bauchmuskeln bei gleichem Training einen viel geringeren Kraftzuwachs erreichen als die Rückstrecker.» Damit, so Kieser weiter, nähern sich beide Muskelgruppen ihrer genetisch bedingten Endkraft, womit das Ungleichgewicht und die Ursache der Schmerzen behoben sei. Dies sei nur mit spezifischem Krafttraining möglich.

Operation dank Rückentraining vermeiden

Kieser zitiert eine Studie, wonach 344 von 388 Rückpatienten die angedrohte Operation durch ein gezieltes Rückentraining (mit den von Kieser verwendeten MedX-Geräten) vermeiden konnten. Die Studie erstreckte sich über zwei Jahre. Eine weitere Studie aus einem Fitnessstudio in Florida mit Bodybuildern, Footballspielern und Gewichthebern zeigte, dass diese Art von Training (Kniebeugen, Beinpressen) oft zu einer Dysbalance von starken Gesässmuskeln und schwachen Rückstreckern, und damit zu Rückenschmerzen führe.

So weit Kieser. Dazu meint Stuckensen, es gehe nicht um die Frage, welcher Muskel wie stark auftrainiert werden können. Entscheidend seien vielmehr die Beziehung zwischen den Muskeln untereinander und deren innere Spannungsverhältnisse. «Hier haben nicht nur die Nerven mitzureden, es geht auch um die ominösen Faszien.» Genau dies hält Kieser wiederum für einen nicht wissenschaftlich bewiesenen «Faszien-Hype, der nun offenbar auch Zürich erreicht hat».

«Erkenntnisse durch Beobachtungen entstanden»

Stuckensen gibt zu, dass betreffend der Funktion der Faszien noch viele Fragen offen seien. Die Faszien sind das Bindegewebe, das alle Muskeln und Sehnen aber auch die Knochen und Organe umhüllt und verbindet und dafür sorgt, dass diese miteinander kommunizieren können. Er (Stuckensen) habe nicht mit einer klaren Theorie angefangen. «Alle Erkenntnisse sind mehr oder weniger durch Beobachtung entstanden.» Zu diesen Erkenntnissen gehört offenbar auch, dass sich Rückenschmerzen durch Entspannung der Bauchmuskeln (Übungen hier) «meist innerhalb von wenigen Tagen» beheben lassen. Manchmal dauere es auch mehrere Wochen. Bis zum Abklingen der Schmerzen solle man weder die Bauch- noch die Rückenmuskeln trainieren, sondern bloss die Bauchmuskeln dehnen.

Also. Wer hat nun recht? Nun, wir können diese Frage nicht definitiv beantworten. Sicher scheint, dass Kieser näher beim Stand des etablierten Wissens ist. Muskelforschung ist eine alte Wissenschaft, Werner Kieser ist auf diesem Gebiet ein anerkannter Experte und die Wirkung seiner Rückenmaschine ist gut dokumentiert.

Wer hat nun recht?

Doch alte Wissenschaften werden immer wieder von neuen überholt oder ergänzt. So weiss man erst seit wenigen Jahren, dass sich Faszien unabhängig von den Muskeln zusammenziehen und Schmerzen auslösen können. Es könnte also etwa sein, dass Muskeltraining deshalb hilft, weil es die Faszien lockert. Damit hätte Stuckensen recht, Kieser aber nicht unrecht. Wir wissen es (noch) nicht genau.

Einen interessanten und leicht verständlichen Einblick in die Welt der Faszien gibt dieses YouTube-Video. Wer sich davon inspirieren lässt, sollte die Übungen von Stuckensen einfach mal ausprobieren. Erfahrungswissen kann schliesslich jeder und jede selbst sammeln.

2 Kommentare
Markus Müller 23.02.2017

Sitzen und schlafen auf der Seite liegend mit angewickelten Beinen führt in kurzer Zeit zu verkürzten Strukturen in den Bauchmuskeln (bis zu einem Drittel), Hüftbeuger und vorderen Oberschenkelmuskeln. Darum tut es dem Rücken gut, diese vorderen Muskeln zu dehnen und isometrisch zu kräftigen. Wer seine Muskeln in die Kürze trainiert durch falsches Training, wird Schmerzen bekommen und Faszien/Gelenke schädigen. Darum ist es beim Krafttraining wichtig die Muskeln auch in die Länge zu trainieren.

Namenloses Elend 22.02.2017

Ich habe auch wegen starke Rückenschmerzen angefangen Sport zu treiben. Ab und zu ins Fitnessstudio und Rücken + Bauchmuskulatur tranieren. Innerhalb kurzer Zeit waren die Beschwerden verschwunden. Habe mich jedoch hängen lassen und bin schon seit einem 1/2 Jahr nicht mehr im Studio gewesen. Ich merke es aber langsam, dass ich wieder mal gehen sollte. :)

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Sonntags Blick 12.2.2012

sonntags blick 12.2.12 a

 

 sonntags blick 12.2.12 b

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Quartierecho vom 16. Juni 2011

quartierecho 16.6.11 2

 

Interview 3.11.2010

SERGE ROSSINSKI, TEXTER

Quellenstrasse 36 8005 Zürich Telefon 044 364 04 24 / 079 524 98 75 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.rossinski.ch

Fragen und Antworten zur Alternativen Schmerz-Therapie

Im Gespräch mit Dr. Jörg Stuckensen

Dr. Jörg Stuckensen entwickelte nach jahrzehntelanger, schulmedizinischer Praxis eine Alternative Schmerztherapie in Form einer Dehnungs-Therapie. Der Arzt behandelt damit jede Art von chronischen Schmerzen. Dazu zählen Arthrose, Augenschmerzen, Bandscheibenvorfall, Fibromyalgie, Golf- und Tennisellenbogen, Handgelenkbeschwerden, Hexenschuss, Migräne, Rheuma, Rückenschmerzen, Sehnenscheidenentzündung und viele andere Schmerzformen. Im Gespräch beantwortet er Fragen zu den Voraussetzungen und Gründen seines Erfolgs.

Herr Dr. Stuckensen, können Sie einen typischen Fall aus Ihrer Praxis schildern, zum Beispiel mit Rückenschmerzen?

Heute Morgen war eine 83-jährige Dame bei mir, selbstbewusst, aber etwas deprimiert, da sie nach einem Bagatellunfall seit über einem halben Jahr Schmerzen auf der ganzen rechten Seite hat. Ausgehend vom Rücken strahlen sie ins rechte Bein und in den rechten Arm. Sie kam nach vorn gebeugt mit einer Krücke. Nach einer halbstündigen Behandlung konnte sie wieder aufrecht stehen, hatte nur noch mit leichte Schmerzen und war in der Lage, ohne Krücke zu gehen. Und sie konnte wieder lächeln. Sie hatte wieder Zutrauen. Nach drei, vier Behandlungen wird sie kraftvoll, beweglich und vollkommen schmerzfrei sein.

In Ihrer Annonce kündigen Sie für jede Schmerztherapie eine Erfolgsrate von 90% an. Ist das nicht übertrieben, sogar marktschreierisch?

Durchaus nicht, auch wenn es so klingt. Eine Heilungsrate von 90% – und dann noch bei allen nur denkbaren Leiden – gibt es nicht. Ich masse mir auch nicht an, eine Krankheit zu heilen, sondern lasse lediglich ein völlig überflüssiges Symptom verschwinden, den Schmerz. Meine Erkenntnis: Nur wenige Menschen mit chronischen Schmerzen haben Veränderungen an ihren Gelenken, die nicht von einer bindegewebsartigen Verspannung kommen. Löst man diese Verspannung, sind die Gelenke wieder völlig normal, beweglich und schmerzfrei. Es wird also keine Krankheit behandelt oder gar geheilt, es wird lediglich ein Syptom beseitigt. Und das geht in 90 %.

Heisst das, die von Ihren Kollegen mit aufwändigen Untersuchungsmethoden gestellten Diagnosen sind falsch?

Aus deren Sicht nicht. Sie sehen Veränderungen, die behandlungsbedürftig erscheinen und handeln verantwortungsbewusst nach Lehre und Wissen. Dass zum Beispiel Fehlstellungen, eingesunkene Bandscheiben, verengte Nervenkanäle völlig verschwinden und nach der Bindegewebsdehnung alle Organe wieder normal ohne jegliche Schäden sind, das haben sie bisher noch nicht gesehen. Entsprechen sind ihre Therapieempfehlungen.

Oft ist das letzte Mittel bei eindeutig sichtbaren Schäden eine Operation. Sie sagen, dass auch Operationen vermeidbar sein können. Wirklich?

Selbstverständlich nicht alle. Aber sehr viele Operationen lassen sich vermeiden. Meine tägliche Erfahrung zeigt: Sind Druck und Spannung aus Gelenken, Sehnen und Muskeln genommen, formt der Körper von selbst wieder die für ihn normalen Verhältnisse. Die Anatomie stimmt wieder. Eine Operation wird somit überflüssig.

Das heisst: Haben wir im Bindegewebe keine Verspannung, haben wir auch keine Schmerzen?

Ja, das ist richtig. Ohne Verspannung gäbe es fast keine chronischen Schmerzen mehr.

Woher kommen denn die Verspannungen und Verhärtungen im Bindegewebe? Und wie können wir sie verhindern?

Die Antwort ist von Bedeutung, individuell als auch gesellschaftlich. Im Grunde ist die Sache einfach: Die körperliche Verspannung kommt entweder direkt aus der Muskulatur, und zwar immer dann, wenn die Muskeln zu viel oder zu wenig genutzt werden. Oder die Verspannung stammt aus Aktivierungsbefehlen älterer Gehirnteile, die Muskeln anzuspannen. Das geschieht automatisch in jeder Stresssituation. Da heute weder Flucht noch Kampf eine Rolle spielen, verhärtet sich die Muskulatur mit der Zeit. Meist sind beide Faktoren beteiligt. Damit liegt die Lösung des Problems auf der Hand: Erstens brauchen wir Übungen zur Dehnung und Entspannung der verhärteten Sehnen, Bänder und Muskeln. Und zweitens Übungen zur Stressbewältigung und zum Stressabbau.

Inwieweit ähnelt Ihre Schmerztherapie der klassischen Physiotherapie oder Methoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin?

Sie hat mit beiden keine Ähnlichkeit. Die Physiotherapie legt ihren Schwerpunkt auf die Behandlung von Muskeln und Gelenken. Muskeln werden beweglicher und geschmeidiger gemacht, Muskelknoten beseitigt, Gelenke werden aus einer Fehlposition befreit. TCM korrigiert Energieflüsse und optimiert Energiebahnen. Im Einzelfall sind mit beiden Methoden beachtliche Erfolge möglich. Sie halten aber in den meisten Fällen nicht lange an. Mit meiner Methode, die das Bindegewebe verändert und die Sehnen verlängert, ist ein Erfolg mit 90% vorauszusagen – und die Erwartung ist ein dauerhaftes Ergebnis.

Können Sie beschreiben, wie Sie jemanden in einer Stunde von Schmerzen befreien?

Gerne verrate ich Ihnen das Geheimnis, das in den verschiedensten Kulturen nur Eingeweihten zugängig war. Wenn man in einem bestimmten Winkel den Endteil einer Sehne kräftig drückt, dann verlängert sich diese Sehne in weniger als zwei Minuten. Der Effekt ist sofortige Schmerzlinderung, erhöhte Beweglichkeit und vermehrt Kraft im Muskel.

Das ist doch sicher schmerzhaft?

Ja, immerhin handelt es sich um eine Kraft, die an manchen Stellen bis zu 15 Kg/cm2 ausmacht. Entsprechend häufig sind blaue Flecken zu erwarten, immerhin bei jedem dritten Patienten. Der Druck auf die Sehne schmerzt, und zwar so lange, wie das Bindegewebe verspannt ist. In dem Masse, wie das Bindegewebe gelockert wird, verflüchtigt sich der Schmerz. Das ist dann erlösend und angenehm.

Das hält nicht jeder so ohne weiteres aus. Haben sie ein Rezept, wie der Schmerz erträglicher wird?

Ich habe dazu zwei Möglichkeiten entwickelt. Die meisten Patienten entscheiden sich für die Erste. Hier lernt der Patient durch Visualisieren und Atemtechnik, sich auf den Schmerzpunkt zu konzentrieren. Dadurch wird der Schmerz viel weniger bewusst und verschwindet schneller. Bei der zweiten Methode wird der Patient in einen hypnotischen Trancezustand versetzt, der ihm erlaubt, alles zu verfolgen, aber trotzdem entspannt dazuliegen und den ausgeübten Druck nicht mehr als Schmerz wahrzunehmen.

Sie machen eine Hypnose?

Ja, eine Hypnose in mittlerer Tiefe. Daher haben die meisten Patienten nachher den Eindruck, gar nicht hypnotisiert worden zu sein.

Woran liegt das?

Das kritische Wachbewusstsein ist ausgeschaltet und nur der Druck auf den Schmerzpunkt wird als angenehm suggeriert. Alle anderen Dinge werden normal wahrgenommen.

Sie betonen, dass der Patient einen wesentlichen Beitrag zu seiner Heilung beitragen muss. Dass Ihre Methode sogar wirkungslos ist ohne seine Mitarbeit.

Das ist so. Deswegen lege ich auf die Aufklärung und das Verstehen der Zusammenhänge so grossen Wert. Nach der Phase der Druckbehandlung trainieren wir spezifische Übungen, die unbedingt die nächsten Tage gemacht werden müssen. Wenn nicht, ziehen sich die Sehnen in 2-5 Tagen wieder zusammen. Wir stehen dann in derselben Situation wie vor der Behandlung. Es gehört auch einiges dazu, die ersten zwei Tage ohne Murren zu überstehen. Blaue Flecken, empfindliche Druckstellen und unter Umständen zunehmende, Muskelkater-ähnliche Schmerzen in Muskeln und Gelenken können den Optimismus dämpfen. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, dass in dieser Phase das alte, verhärtete, minder durchblutete Bindegewebe ausgetauscht wird in neue, jugendliche, elastische Sehnen und Bänder.

Wie lange muss die Therapie in dieser Weise weitergeführt werden?

Je nach Anteil der beteiligten Muskelgruppen ist das unterschiedlich. Müssen viele Muskeln gelöst werden, dauert es länger. Die Schwere der Schmerzen oder der Grad der Bewegungseinschränkung spielt fast keine Rolle. Trotzdem geht alles fantastisch schnell. Mir ist keine Therapie bekannt, die in ähnlich kurzer Zeit solche Erfolge erzielt. Eine echte Kurzzeittherapie und damit konkurrenzlos günstig. Manchmal reicht eine Behandlung. Der Durchschnitt liegt bei drei bis fünf Sitzungen. Mehr als zehn Behandlungen sind so gut wie nie nötig. Meistens liegt zwischen den Behandlungen eine Pause von einer Woche. Wieder spielt der Patient eine entscheidende Rolle. Von Sitzung zu Sitzung werden mehr Muskeln entspannt und von Mal zu Mal erhält der Patient mehr Übungen als Hausaufgaben.

Wie viel Zeit braucht man täglich für diese Übungen?

Jede Übung sollte zweimal täglich gemacht werden. Eine Übung, eigentlich sind es eher Dehnungsstellungen, dauert 2-3 Minuten. Das heisst, in der ersten Woche brauchen wir morgens und abends 5 Minuten, ab der 3. Woche 15 Minuten. Der Patient lernt auch langsam, diese Dehnstellungen ganz natürlich in den normalen Tagesablauf einzufügen.

Sind dann nach ein paar Wochen alle nach dieser Methode Behandelten von ihren Schmerzen befreit?

Die Methode ist sehr wirkungsvoll, sie setzt aber voraus, dass die zur Verspannung führenden Reize abgestellt werden. Die rein körperlich bedingten Verspannungen sind einfach zu behandeln. Spielen seelische Komponenten eine Rolle, müssen diese Blockaden zusätzlich gelöst werden. Andernfalls verhärtet sich das Bindegewebe schon nach ein paar Stunden wieder. Zum Entfernen der Blockaden gibt es je nach Vorliebe und Typ des Patienten unterschiedliche Lösungen. Am einfachsten geschieht dies durch Löschen der im Unterbewusstsein verankerten unsinnigen Befehle. Das geschieht in Hypnose. Allerdings sind dafür einige Stunden notwendig. Eine Therapie, die von beiden Seiten ansetzt, der körperlichen und der psychischen, bringt die überzeugendsten Resultate.

Wie gestalten sich die Kosten für Ihre Behandlung?

Erst nach dem ersten Gespräch und einer eingehenden Prüfung sind die Kosten für die Therapie abschätzbar. Die Behandlung ist wirklich preiswert. Im Durchschnitt muss man mit 800 bis 1000 Franken für vier bis fünf Behandlungen rechnen. Die Krankenkassen übernehmen die Therapie zur Zeit noch nicht, obwohl sie bereits mittelfristig Kosten sparen würden. Die Patienten, die nur ein bis zwei Sitzungen benötigen, sind übrigens wesentlich zahlreicher als die, die häufiger in die Behandlung kommen.

Eine letzte Frage: Sie sagten einmal, jeder, der zu Ihnen komme, könne sich später selbst helfen, wenn wieder dieselben Schmerzen auftauchen sollten. Was heisst das?

Jeder hat seine Schwachstellen, die sich in psychosomatischen Erkrankungen äussern können. Schmerzen zeigen die Schwachstellen im Bindegewebssystem an. Sie treten ganz individuell auf, im Fuss, im Knie, in der Hüfte, im Nacken oder im Kopf. Und wenn irgendetwas schief läuft, werden sich diese Stellen als erstes wieder melden. Deshalb ist es wertvoll, sie genau zu kennen und sie hie und da zu visualisieren. Wer weiss, wie er seine Schmerzstellen sofort in den Griff bekommt, gewinnt an Lebensqualität. Ein oder zwei Druckpunkte und entsprechende Notdehnübungen sind das, was jeder mit nimmt, um sich in jeder Situation aus seinem akuten Schmerz zu befreien.

Gespräch: Serge Rossinski (3.11.2010)

Sonntags Blick 12.2.2012

Sonntags Blick vom 12. Februar 2012

Quartierecho 16.6.2011

Quartierecho vom 16. Juni 2011

Interview

Interview

SERGE ROSSINSKI, TEXTER


Quellenstrasse 36 8005 Zürich Telefon 044 364 04 24 / 079 524 98 75 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.rossinski.ch

Fragen und Antworten zur Alternativen Schmerz-Therapie

Im Gespräch mit Dr. Jörg Stuckensen

Dr. Jörg Stuckensen entwickelte nach jahrzehntelanger, schulmedizinischer Praxis eine Alternative Schmerztherapie in Form einer Dehnungs-Therapie. Der Arzt behandelt damit jede Art von chronischen Schmerzen. Dazu zählen Arthrose, Augenschmerzen, Bandscheibenvorfall, Fibromyalgie, Golf- und Tennisellenbogen, Handgelenkbeschwerden, Hexenschuss, Migräne, Rheuma, Rückenschmerzen, Sehnenscheidenentzündung und viele andere Schmerzformen. Im Gespräch beantwortet er Fragen zu den Voraussetzungen und Gründen seines Erfolgs.

Herr Dr. Stuckensen, können Sie einen typischen Fall aus Ihrer Praxis schildern, zum Beispiel mit Rückenschmerzen?

Heute Morgen war eine 83-jährige Dame bei mir, selbstbewusst, aber etwas deprimiert, da sie nach einem Bagatellunfall seit über einem halben Jahr Schmerzen auf der ganzen rechten Seite hat. Ausgehend vom Rücken strahlen sie ins rechte Bein und in den rechten Arm. Sie kam nach vorn gebeugt mit einer Krücke. Nach einer halbstündigen Behandlung konnte sie wieder aufrecht stehen, hatte nur noch mit leichte Schmerzen und war in der Lage, ohne Krücke zu gehen. Und sie konnte wieder lächeln. Sie hatte wieder Zutrauen. Nach drei, vier Behandlungen wird sie kraftvoll, beweglich und vollkommen schmerzfrei sein.

In Ihrer Annonce kündigen Sie für jede Schmerztherapie eine Erfolgsrate von 90% an. Ist das nicht übertrieben, sogar marktschreierisch?

Durchaus nicht, auch wenn es so klingt. Eine Heilungsrate von 90% – und dann noch bei allen nur denkbaren Leiden – gibt es nicht. Ich masse mir auch nicht an, eine Krankheit zu heilen, sondern lasse lediglich ein völlig überflüssiges Symptom verschwinden, den Schmerz. Meine Erkenntnis: Nur wenige Menschen mit chronischen Schmerzen haben Veränderungen an ihren Gelenken, die nicht von einer bindegewebsartigen Verspannung kommen. Löst man diese Verspannung, sind die Gelenke wieder völlig normal, beweglich und schmerzfrei. Es wird also keine Krankheit behandelt oder gar geheilt, es wird lediglich ein Syptom beseitigt. Und das geht in 90 %.

Heisst das, die von Ihren Kollegen mit aufwändigen Untersuchungsmethoden gestellten Diagnosen sind falsch? 

Aus deren Sicht nicht. Sie sehen Veränderungen, die behandlungsbedürftig erscheinen und handeln verantwortungsbewusst nach Lehre und Wissen. Dass zum Beispiel Fehlstellungen, eingesunkene Bandscheiben, verengte Nervenkanäle völlig verschwinden und nach der Bindegewebsdehnung alle Organe wieder normal ohne jegliche Schäden sind, das haben sie bisher noch nicht gesehen. Entsprechen sind ihre Therapieempfehlungen.

Oft ist das letzte Mittel bei eindeutig sichtbaren Schäden eine Operation. Sie sagen, dass auch Operationen vermeidbar sein können. Wirklich?

Selbstverständlich nicht alle. Aber sehr viele Operationen lassen sich vermeiden. Meine tägliche Erfahrung zeigt: Sind Druck und Spannung aus Gelenken, Sehnen und Muskeln genommen, formt der Körper von selbst wieder die für ihn normalen Verhältnisse. Die Anatomie stimmt wieder. Eine Operation wird somit überflüssig.

Das heisst: Haben wir im Bindegewebe keine Verspannung, haben wir auch keine Schmerzen?

Ja, das ist richtig. Ohne Verspannung gäbe es fast keine chronischen Schmerzen mehr.

Woher kommen denn die Verspannungen und Verhärtungen im Bindegewebe? Und wie können wir sie verhindern? 

Die Antwort ist von Bedeutung, individuell als auch gesellschaftlich. Im Grunde ist die Sache einfach: Die körperliche Verspannung kommt entweder direkt aus der Muskulatur, und zwar immer dann, wenn die Muskeln zu viel oder zu wenig genutzt werden. Oder die Verspannung stammt aus Aktivierungsbefehlen älterer Gehirnteile, die Muskeln anzuspannen. Das geschieht automatisch in jeder Stresssituation. Da heute weder Flucht noch Kampf eine Rolle spielen, verhärtet sich die Muskulatur mit der Zeit. Meist sind beide Faktoren beteiligt. Damit liegt die Lösung des Problems auf der Hand: Erstens brauchen wir Übungen zur Dehnung und Entspannung der verhärteten Sehnen, Bänder und Muskeln. Und zweitens Übungen zur Stressbewältigung und zum Stressabbau.

Inwieweit ähnelt Ihre Schmerztherapie der klassischen Physiotherapie oder Methoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin? 

Sie hat mit beiden keine Ähnlichkeit. Die Physiotherapie legt ihren Schwerpunkt auf die Behandlung von Muskeln und Gelenken. Muskeln werden beweglicher und geschmeidiger gemacht, Muskelknoten beseitigt, Gelenke werden aus einer Fehlposition befreit. TCM korrigiert Energieflüsse und optimiert Energiebahnen. Im Einzelfall sind mit beiden Methoden beachtliche Erfolge möglich. Sie halten aber in den meisten Fällen nicht lange an. Mit meiner Methode, die das Bindegewebe verändert und die Sehnen verlängert, ist ein Erfolg mit 90% vorauszusagen – und die Erwartung ist ein dauerhaftes Ergebnis.

Können Sie beschreiben, wie Sie jemanden in einer Stunde von Schmerzen befreien?

Gerne verrate ich Ihnen das Geheimnis, das in den verschiedensten Kulturen nur Eingeweihten zugängig war. Wenn man in einem bestimmten Winkel den Endteil einer Sehne kräftig drückt, dann verlängert sich diese Sehne in weniger als zwei Minuten. Der Effekt ist sofortige Schmerzlinderung, erhöhte Beweglichkeit und vermehrt Kraft im Muskel.

Das ist doch sicher schmerzhaft?

Ja, immerhin handelt es sich um eine Kraft, die an manchen Stellen bis zu 15 Kg/cm2 ausmacht. Entsprechend häufig sind blaue Flecken zu erwarten, immerhin bei jedem dritten Patienten. Der Druck auf die Sehne schmerzt, und zwar so lange, wie das Bindegewebe verspannt ist. In dem Masse, wie das Bindegewebe gelockert wird, verflüchtigt sich der Schmerz. Das ist dann erlösend und angenehm.

Das hält nicht jeder so ohne weiteres aus. Haben sie ein Rezept, wie der Schmerz erträglicher wird?

Ich habe dazu zwei Möglichkeiten entwickelt. Die meisten Patienten entscheiden sich für die Erste. Hier lernt der Patient durch Visualisieren und Atemtechnik, sich auf den Schmerzpunkt zu konzentrieren. Dadurch wird der Schmerz viel weniger bewusst und verschwindet schneller. Bei der zweiten Methode wird der Patient in einen hypnotischen Trancezustand versetzt, der ihm erlaubt, alles zu verfolgen, aber trotzdem entspannt dazuliegen und den ausgeübten Druck nicht mehr als Schmerz wahrzunehmen.

Sie machen eine Hypnose?

Ja, eine Hypnose in mittlerer Tiefe. Daher haben die meisten Patienten nachher den Eindruck, gar nicht hypnotisiert worden zu sein.

Woran liegt das? 

Das kritische Wachbewusstsein ist ausgeschaltet und nur der Druck auf den Schmerzpunkt wird als angenehm suggeriert. Alle anderen Dinge werden normal wahrgenommen. 

Sie betonen, dass der Patient einen wesentlichen Beitrag zu seiner Heilung beitragen muss. Dass Ihre Methode sogar wirkungslos ist ohne seine Mitarbeit. 

Das ist so. Deswegen lege ich auf die Aufklärung und das Verstehen der Zusammenhänge so grossen Wert. Nach der Phase der Druckbehandlung trainieren wir spezifische Übungen, die unbedingt die nächsten Tage gemacht werden müssen. Wenn nicht, ziehen sich die Sehnen in 2-5 Tagen wieder zusammen. Wir stehen dann in derselben Situation wie vor der Behandlung. Es gehört auch einiges dazu, die ersten zwei Tage ohne Murren zu überstehen. Blaue Flecken, empfindliche Druckstellen und unter Umständen zunehmende, Muskelkater-ähnliche Schmerzen in Muskeln und Gelenken können den Optimismus dämpfen. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, dass in dieser Phase das alte, verhärtete, minder durchblutete Bindegewebe ausgetauscht wird in neue, jugendliche, elastische Sehnen und Bänder.

Wie lange muss die Therapie in dieser Weise weitergeführt werden? 

Je nach Anteil der beteiligten Muskelgruppen ist das unterschiedlich. Müssen viele Muskeln gelöst werden, dauert es länger. Die Schwere der Schmerzen oder der Grad der Bewegungseinschränkung spielt fast keine Rolle. Trotzdem geht alles fantastisch schnell. Mir ist keine Therapie bekannt, die in ähnlich kurzer Zeit solche Erfolge erzielt. Eine echte Kurzzeittherapie und damit konkurrenzlos günstig. Manchmal reicht eine Behandlung. Der Durchschnitt liegt bei drei bis fünf Sitzungen. Mehr als zehn Behandlungen sind so gut wie nie nötig. Meistens liegt zwischen den Behandlungen eine Pause von einer Woche. Wieder spielt der Patient eine entscheidende Rolle. Von Sitzung zu Sitzung werden mehr Muskeln entspannt und von Mal zu Mal erhält der Patient mehr Übungen als Hausaufgaben.

Wie viel Zeit braucht man täglich für diese Übungen?

 

Jede Übung sollte zweimal täglich gemacht werden. Eine Übung, eigentlich sind es eher Dehnungsstellungen, dauert 2-3 Minuten. Das heisst, in der ersten Woche brauchen wir morgens und abends 5 Minuten, ab der 3. Woche 15 Minuten. Der Patient lernt auch langsam, diese Dehnstellungen ganz natürlich in den normalen Tagesablauf einzufügen.

Sind dann nach ein paar Wochen alle nach dieser Methode Behandelten von ihren Schmerzen befreit? 

Die Methode ist sehr wirkungsvoll, sie setzt aber voraus, dass die zur Verspannung führenden Reize abgestellt werden. Die rein körperlich bedingten Verspannungen sind einfach zu behandeln. Spielen seelische Komponenten eine Rolle, müssen diese Blockaden zusätzlich gelöst werden. Andernfalls verhärtet sich das Bindegewebe schon nach ein paar Stunden wieder. Zum Entfernen der Blockaden gibt es je nach Vorliebe und Typ des Patienten unterschiedliche Lösungen. Am einfachsten geschieht dies durch Löschen der im Unterbewusstsein verankerten unsinnigen Befehle. Das geschieht in Hypnose. Allerdings sind dafür einige Stunden notwendig. Eine Therapie, die von beiden Seiten ansetzt, der körperlichen und der psychischen, bringt die überzeugendsten Resultate. 

Wie gestalten sich die Kosten für Ihre Behandlung?

Erst nach dem ersten Gespräch und einer eingehenden Prüfung sind die Kosten für die Therapie abschätzbar. Die Behandlung ist wirklich preiswert. Im Durchschnitt muss man mit 800 bis 1000 Franken für vier bis fünf Behandlungen rechnen. Die Krankenkassen übernehmen die Therapie zur Zeit noch nicht, obwohl sie bereits mittelfristig Kosten sparen würden. Die Patienten, die nur ein bis zwei Sitzungen benötigen, sind übrigens wesentlich zahlreicher als die, die häufiger in die Behandlung kommen.

Eine letzte Frage: Sie sagten einmal, jeder, der zu Ihnen komme, könne sich später selbst helfen, wenn wieder dieselben Schmerzen auftauchen sollten. Was heisst das?

Jeder hat seine Schwachstellen, die sich in psychosomatischen Erkrankungen äussern können. Schmerzen zeigen die Schwachstellen im Bindegewebssystem an. Sie treten ganz individuell auf, im Fuss, im Knie, in der Hüfte, im Nacken oder im Kopf. Und wenn irgendetwas schief läuft, werden sich diese Stellen als erstes wieder melden. Deshalb ist es wertvoll, sie genau zu kennen und sie hie und da zu visualisieren. Wer weiss, wie er seine Schmerzstellen sofort in den Griff bekommt, gewinnt an Lebensqualität. Ein oder zwei Druckpunkte und entsprechende Notdehnübungen sind das, was jeder mit nimmt, um sich in jeder Situation aus seinem akuten Schmerz zu befreien.

Gespräch: Serge Rossinski (3.11.2010)

Anschrift

Dr. J. A. Stuckensen
Giesshübelstrasse 66
8045 Zürich

Kontakt

Fon: +41 (0)445590839
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