Osteoporose

Training statt Pille

Bitte kritisches Bewusstsein einschalten

Medizin und Pharmaindustrie haben es tatsächlich fast geschafft. Unser Bild vom Alter ist zusätzlich bereichert worden durch das Zauberwort Osteoporose. So wie graue Haare immer mehr werden und (fast) die Regel sind im höheren Alter, so kommt auch schleichend die Osteoporose, bei Frauen eher und mehr als beim männlichen Geschlecht. Gott sei Dank können wir diese Veränderung messen und gar sichtbar machen, und wir können auch etwas dagegen tun, mit einer kleinen, harmlosen Pille (jeden Tag). Nicht einlassen möchte ich mich hier über die verschiedenen Methoden, die messtechnischen Unschärfen und die Vergleichbarkeit der Resultate. Darüber kann man sich andernorts informieren. Ich möchte Ihr kritisches Bewusstsein aktivieren. Sehen Sie sich an, was passiert und warum.

Der Kalk wird nicht mehr benötigt

Was macht der Körper eigentlich da und warum macht er das?

Er lagert Kalk aus dem Knochen aus. Er macht dies, weil er glaubt, der Kalk würde nicht mehr benötigt. Der ist nämlich dazu da, den Knochen stärker, belastbarer und stabiler zu machen. Der Nachteil ist, der Knochen wird durch den Kalk auch schwerer. Nun ist das oberste Entscheidungsgremium in der Zentrale, dem Gehirn, in einem Dilemma. Seine oberste Aufgabe ist es, immer das jeweils beste für den Gesamtorganismus zu organisieren. Entscheidend sind die Fakten der Gegenwart. Die vergangenen Daten des Lebens können in Archiven eingesehen werden. Zukünftige Spekulationen anzustellen, dazu besteht keine Möglichkeit. Das Gremium kann also nicht sagen, in Zukunft brauchen wir wahrscheinlich dieses oder jenes.

Wir werden steifer und langsamer und nicht zufällig fällt das zusammen mit einem schleichenden Hormondefizit. Dadurch, dass wir uns weniger bewegen, werden die Knochen einer zunehmend geringeren Belastung ausgesetzt. Sie müssen nicht mehr so viel aushalten wie in der Vergangenheit. Der Körper versucht, so leicht wie möglich zu sein. Denn ein grösseres Gewicht führt zu mehr Unbeweglichkeit.  Also wird unnötiger Ballast von Bord geworfen. Die schweren Kalkbestände werden sukzessive abgebaut, aus ökonomischen Gründen. Entsprechend schwer ist es auch, nur mit Vitamin D den Kalk wieder hineinzuschaufeln.

Die Lösung, den Knochen belasten

In dem Moment aber, wo die Knochen belastet werden, wird es schwer sein, das Kalzium aus dem Knochen herauszutreiben. Das heisst, die beste Osteoporoseprophylaxe (und Therapie) ist die Belastung der Knochen. Das kann nur durch die Muskeln geschehen, die an den Knochen ansetzen müssen. An allen Seiten der Knochen drängen dichtgedrängt die Faszien der Muskeln in den Knochen und zerren bei Belastung in alle Richtungen. Dieser Reiz ist notwendig.

Aha, Sport treiben ist also gut, werden sie denken. Ja schon, aber die meisten Sportarten belasten und bevorzugen nur ganz bestimmte Muskelgruppen. Bei schnellen Bewegungen ist die Druckbelastung weitaus kürzer, als wir es subjektiv fühlen. Langsame Bewegungen, die Spannung aufbauen und länger beibehalten werden, sind da schon besser, wie Tai Chi oder Schattenboxen. Ein ausgewogenes Fitnessprogramm in einem Studio tut es auch.

Eine, der nicht wirklich leichtesten Übungen

Eine sehr einfache, leichte und zudem überall auszuführende Übung ist das längere Stehen auf einem Bein, und zwar barfuss. Dabei geht es nicht um das Trainieren von Gleichgewicht. Diese Art von Koordination wird vom Gleichgewichtsorgan im Ohr dirigiert. Sie wissen schon, die drei senkrecht aufeinander stehenden Bögen mit den kleinen beweglichen Steinchen.

Beim Stehen auf einem Fuss soll das komplizierte Spiel aller Muskeln um einen Knochen aktiviert werden. Dabei müssen endlich auch die Muskeln eingesetzt werden, die eigentlich sehr selten oder nie im Alltag gebraucht werden (liegen meist innen, nahe der Knochen). Da die Muskeln nach oben und unten in Ketten miteinander verbunden sind, müssen die einzelnen Etagen auch miteinander klar kommen. Ein ziemliches Durcheinander. Versuchen Sie es. Stellen Sie sich auf ein Bein und beobachten und fühlen Sie die Zuckungen und Bewegungen in Ihrem Unterschenkel (das sind die Fussmuskeln) und achten Sie darauf, wie die Zehenmuskeln im Fuss sich krampfhaft bemühen, die nicht gelungenen Versuche einer kontrollierten Abstimmung auszugleichen. Dasselbe lässt sich über die Oberschenkel bis zur Schulter verfolgen. Das ist richtig anstrengend, weil fast alle Muskeln in diese schwere Aufgabe mit eingezogen werden müssen. Ziel ist die perfekte Abstimmung der Muskeln untereinander und eine wachsende Stabilität, die sich auf das gesamte System bezieht, Knochen, Faszien, Muskeln, Sehnen, Gelenke. Die Perfektionisten unter Ihnen können auch noch die immer kontrollierende Wasserwaage als Hilfe ausschalten, indem sie die Augen schliessen. Die Augen kontrollieren tatsächlich über kleine Muskeln am Hinterkopf einen Grossteil der Rückenmuskulatur.

Keine Knochenbrüche mehr

Wenn Sie  diesen „Einfussstand“ täglich üben, werden Sie keinen spontanen Knochenbruch erleben und normale Stürze unbeschadet überstehen, so wie in jüngeren Jahren. Sie werden zwar nicht mehr die Fähigkeit eines Stuntman erreichen, dem auch ein Aufprall aus grösserer Höhe nichts ausmacht, aber Sie werden hinreichend geschützt sein. Durch die fasziale Verknüpfung der einzelnen Muskelfasern kommt der Tensegrity-Effekt zum Tragen. Die gesamte Wirkung des Sturzes wird sofort nach allen Seiten weitergeleitet. Dadurch wird die zerstörerische Kraft praktisch auf den ganzen Körper verteilt.

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Dr. J. A. Stuckensen
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