Die Muskelgesetze

Seit ewigen Zeiten existiert ein Muskelgesetz. Es besagt:

"Die Sehne eines Muskels muss sich verkürzen"

 

  • Bei einseitiger, gleichförmiger Belastung

Muskel zwar dicker, aber Sehne kürzer und schmerzt, Schmerztherapie ZürichDas sind Bewegungen wie wir sie recht häufig machen. Einige Sportarten zwingen dazu. Zum Beispiel Fahrradfahren, Joggen, Tennis, Freiklettern, Rudern. Auch die meisten Geräteübungen im Fitnesscenter fallen darunter, die einseitige Bewegungen verlangen. Manch ein stolzer Bodybuilder kann seine Arme (vor Kraft?) gar nicht mehr hängen lassen, so verkürzt ist die Bizepsmuskulatur.


Im Alltag ist es das Schreiben am Computer. Betroffen ist der Unterarm. Oder das Bücken bei der Gartenarbeit. Hier meldet sich der Rücken.

  • Bei längerer Ruhe (Inaktivität)Muskel dünner, kürzer und steif

Das geschieht zwangsweise beim Tragen eines Gipsverbandes (Muskulatur unter dem Gips). Aber auch unbewegliches Sitzen führt dazu, wie zum Beispiel nach einer längeren Autofahrt.  Hier verkürzen sich vor allem die vorderen Rumpf- und Beinbeugern. Am ehesten merkt man diese Muskelverkürzung in der eingeschränkten Beweglichkeit der betroffenen Gelenke. Unsere älteren Mitbürgern sind besonders häufig und schwer davon betroffen. Die Natur hat das so nicht zwangsläufig vorgesehen. Denken sie an die alten Chinesen, die regelmässig ihre langsamen Übungen im Schattenboxen praktizieren. Sie haben sich ihre anmutig, jugendlich wirkenden Bewegungen bis ins hohe Alter erhalten.

Die Konsequenz daraus ist folgendes:

  • Beide gegenüber liegenden Muskelpartien sind immer gleichzeitig zu behandeln.steif schmerz
  • Nur so kann Schmerz oder Versteifung wirkungsvoll beseitigt werden.
  • Schmerz und Unbeweglichkeit sind zwei Seiten derselben Medaillie.
  • Beide lassen sich mit derselben Methode sofort behandeln.


Welche Ursache die Verkürzung hat, ist egal. Der Muskel kann nicht verkürzt bleiben, sonst würden alle betroffenen Gelenke und Glieder in einer grotesken Stellung schief stehen. Damit das nie passiert, wendet die Natur einen Trick an. Der für die Gegenbewegung zuständige Muskel wird aktiviert und muss den verkürzten Muskel wieder auf normale Länge ziehen.


Links normal Rechts Gegenmuskel zieht zurückDas geschieht auf reflektorischem Weg über ein raffiniertes Steurungssystem. Nur so ist der Mensch in der Lage, normal zu stehen und sich weiter zu bewegen.


An dem zwischen den beiden Muskeln liegende Gelenk wird also von beiden Seiten gezogen. Nur eine Entlastung durch Entspannung oder eine Dehnung auf beiden Seiten könnte die Situation verbessern. Wenn die Verkürzung aber immer wieder auftritt, muss auch im Gegenmuskel die Spannung zunehmen. Die Folge davon, das Gelenk wird immer mehr eingeschnürt.


Ab dem Zeitpunkt, wo der beidseitige Druck zu einem Schaden führen könnte, sorgt das Gehirn automatisch dafür, dass das Gelenk nicht mehr bewegt wird.


Das geschieht wieder über ein ausgeklügeltes Reflexsystem. Der Trick diesmal, es wird ein Gehirn befiehlt SchmerzSchutzschmerz aufgeschaltet. Ab jetzt bedeutet jede Bewegung Schmerz. Schmerzfrei ist man nur noch in Ruhe und ohne Belastung.


Die neue Situation wird von uns ganz unterschiedlich gewertet, je nach dem, ob wir das Gelenk unbedingt zum Leben und zur Fortbewegung brauchen oder nicht.


Hand steif - aber kein Schmerz1. Fall. Muss das Gelenk nicht unbedingt bewegt werden (Hand, Finger), so schonen wir es instinktiv. Viele Menschen gewöhnen sich mit der Zeit daran und akzeptieren, dass das Gelenk immer mehr versteift (Handarbeiter, im Alter). Als Ursache wird dann meist ein Schaden im Gelenk angenommen. Das ist aber wirklich nur selten der Fall. Die Hand, zum Beispiel, ist steif, und Schmerzen treten jetzt nur noch auf, wenn man versucht, das Gelenk gewaltsam zu mobilisieren. (Karpaltunnelsyndrom, Dupuytren-Kontraktur)


2. Fall. Wenn wir das Gelenk jeden Tag brauchen, weil wir uns sonst nicht fortbewegen können (Lendenwirbel, Hüfte, Knie, Fuss), sieht die Sache Das Resultat im Alter - unbeweglich und krumm, Schmerztherapie zürichein wenig anders aus. Wir müssen uns bewegen und deswegen werden wir bei jeder Bewegung diesen Schmerz spüren. Auch hier gibt es mit der Zeit eine Anpassung. Wir schränken die Bewegung immer mehr ein. Die Schritte werden kleiner, die Bewegungen spärlicher. Manch einer kann seinen Kopf nicht mehr drehen. Wir werden von Tag zu Tag unbeweglicher und drohen bald zu versteifen.

Eine zusätzliche Bemerkung:

Wer auf die Idee kommen sollte an der Genialität der Evolution oder eines göttlichen Plans zu zweifeln, dem sei gesagt, es besteht kein Grund dazu. Es ist alles perfekt eingerichtet. So funktioniert es seit Millionen von Jahren bei allen höheren Lebewesen, also auch bei uns.


Nur, wir Menschen haben unsere Gewohnheiten zu schnell verändert. Die genetische Entwicklung konnte dem nicht folgen. Immer wiederkehrende, einseitige Handlungen kennt der Mensch erst, seit er sesshaft (Bauer) geworden ist. Zur Veränderung und Formung der Welt brauchten wir immer weniger die eigene Muskelkraft. Heute sind wir so weit, dass wir uns kaum noch bewegen müssen. Wir sind in einer Zwickmühle geraten. Wir bewegen uns zu wenig und wenn wir uns bewegen, dann bewegen wir uns zu einseitig. Genug Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung gibt es inzwischen und ebenso vielfältige Angebote für Bewegungstherapien.


Entscheidend ist es, die noch ungewohnten Zusammenhänge zu verstehen, um die richtige Lösung für den eigenen Körper zu finden.


Es kann nicht genug betont werden, wie wichtig Entspannung in jeder Beziehung ist. Dehnungsübungen sind ein guter Weg, das zu lernen. Überall kann man jeden Tag ein wenig dazu tun. Man musss nur daran denken.