Knieschmerzen 

nicht das Gelenk ist das Problem, sondern die Dysbalance der Muskulatur

Operationen beheben das Problem nicht und sind deshalb oft unsinnig.

Eine oder mehrere Bahnen vom Fuß bis zum Kopf sind fehlbelastet. Die Haltung mach das schon von weitem offensichtlich

Chronische Schmerzen im Knie nehmen ihren Ausgang immer von einer Fehlstellung, einer nicht passenden Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel. Dabei sind es die Sehnen und Bänder, die lange Zeit alleine  Schwierigkeiten machen. Im Prinzip können alle vier Hauptrichtungen des Beines betroffen sein, vorne, hinten und die beiden Seiten. Die seitlichen Verkürzungen sind bei weitem die häufigsten. Sie bilden die bekannten X- und O-Beine. Bei genauem Hinsehen sind auch die Muskeln der Vorder- und Rückseite mit betroffen. Wenn wir die Verbiegung im Knie verstehen wollen, müssen wir die Funktion des Beines in seiner gesamten Länge betrachten, vom oberen Rand des Beckens bis zu den Zehenspitzen. Eine statische Fehlbelastung führt entlang dieser ganzen Linie auf der einen Seite zu einer Verkürzung und muss notgedrungen auf der gegenüber liegenden Seite zu einer Überdehnung führen. Dazwischen liegen die Knochen. Als einfaches Modell können wir uns eine Stange vorstellen, an der auf beiden Seiten eine Sehne angebracht ist. Wenn wir auf einer Seite die Sehne verkürzen oder anziehen, wird die Stange sich wie bei einem Bogen biegen und die Gegensehne dehnen. Tatsächlich werden durch unsere Haltung auch bei uns Knochen verbogen, verdreht und verschoben. Die schwächste Stelle, das Knie, wird am meisten belastet und muss leiden.

Das Kniegelenk ist von seiner Funktion her ein einfaches Gelenk. Bis auf eine leichte Rotation in der Beugung ist es im Wesentlichen ein Scharniergelenk, das sich eigentlich nur nach hinten bewegen kann. Nach der Seite fehlt eine knöcherne Führung. Gehalten wird das ganze Gelenk durch einen raffiniert angeordneten Bandapparat, der etwas schier unmögliches leisten soll, nämlich ein Höchstmass an Stabilität zu bieten bei gleichzeitiger Beweglichkeit.

Knochen stehen nicht aufeinander

Sowohl beim unbeweglichen Stehen als auch in der Bewegung ist die Auflagefläche, der direkte Kontakt zwischen Ober- und Unterschenkel erstaunlich klein, trotz der zusätzlich eingeführten Meniskusscheibe. Die Vorstellung, über diese Fläche würde der Druck des Körpers vom Oberschenkel über das Schienbein auf den Fuss übertragen (das Wadenbein hat keine direkte Verbindung), diese lieb gewonnene Vorstellung müssen wir leider verlassen. Der Knochen würde das gar nicht aushalten. Die Verteilung von Zug und Druck erfolgt über die „weichen“ Elemente des Beins, über die Sehnen und Faszienverbindungen der verschiedenen Muskelsysteme (Erklärung des Prinzips unter Tensegrity). Die grossen Faszien laufen vom Unterschenkel direkt zum Becken hinauf, umgehen also den Oberschenkel, und die ziemlich mächtigen Oberschenkelmuskeln verbinden sich breitflächig rund um den Oberschenkelknochen (Femur) an dessen Längsseite. So wird das Kniegelenk kaum belastet. Ein grosser Teil der Kraft wird nach oben zu Rumpf und Schultern weitergeleitet, ein anderer Teil wird aufgenommen von den verschiedenen Seiten des Oberschenkelknochens, also einer sehr viel grösseren Fläche als die paar Quadratmillimeter Berührung der Knochen im Knie. Es ist wichtig, diese Vorstellung zu verstehen, weil sich daraus zwingend der momentan einfachste, wirkungsvollste und billigste Ansatz zur Therapie ergibt.

Wie kommt es zu einem Schaden im Knie?

Oberschenkel- und sogar Beckenmuskeln greifen nach den Unterschenkeln, Muskeln vom Fuss reichen bis zum Oberschenkel. Wenn Muskel, Sehnen und Bindegewebe die richtige Spannung haben, werden die Knochen und Knorpel nur wenig belastet. Der Druck wird auf- oder abgeleitet durch die weiter aussen liegenden Spannseile der bindegewebigen Verknüpfung, Sollten allerdings die myofaszialen Verbindungen angespannt und damit verkürzt werden (durch Inaktivität oder einseitige Belastung eines Muskels), so muss sich notwendigerweise auch der Druck auf das Gelenk erhöhen. Eine Zugbelastung nach einer Seite kann der Körper im Prinzip nicht tolerieren, weil damit die beteiligten Knochen zu einer Seite hinüber gezogen würden. Um das Gleichgewicht aufrecht zu halten, versuchen anfangs die Muskeln, die die Gegenbewegung ausführen (Antagonisten), sich ebenfalls zu verkürzen. Der Preis für die Gegenreaktion ist aber, dass das Gelenk von mehreren Seiten her zusammen gestaucht wird. Die Gewebe im Gelenkspalt werden zunehmend mehr zusammengepresst. Damit ist die Versorgung des empfindlichen Knorpels nicht mehr hinreichend garantiert. Da Gefässe diesen wichtigen Teil des Körpers nicht versorgen, ist er auf die Diffusion (Einfliessen) aus der umliegenden Gelenkflüssigkeit angewiesen. Der Knorpel wird komprimiert und damit wird seine wabige Struktur wie ein ausgedrückter Schwamm verdichtet. Das ist das Schicksal vieler Meniskusscheiben. Sie werden steif, werden bröckelig und bilden Risse. Die Reaktion des Körpers, nun mehr Gleitmittel und Ernährungsflüssigkeit zu bilden, ist nur zu verständlich. Die Folge ist eine Baker Zyste.

 Die Ruhebelastung ist völlig unnötig

Das Gelenk aber wird jetzt auch in Ruhe belastet. Je mehr sich die eine Seite zusammenzieht, um so mehr wird auch die andere sich bemühen, mitzuhalten. Der Spalt wird enger (Röntgenbild), der Druck erhöht sich (Schmerz und Bewegungseinschränkung). Irgendwann muss der Gegenmuskel aufgeben. Er wird gestreckt, verlängert, exzentrisch fixiert und dadurch immer schwächer. Die Belastung auf die Gelenke nimmt zu.

In dieser Situation ist die Verteilung des Drucks im Gelenk nicht mehr gleichmässig. Die Kraftvektoren verschieben sich. Die bisher beidseitige, flächenhafte Belastung wird mehr und mehr einseitig und punktuell. Dazu kommt, dass beide Muskelgruppen, die konzentrisch verspannten und die exzentrisch gedehnten, zunehmend schwächer werden. Das Gelenk fängt an, locker zu werden und sich zu verschieben. Jetzt ist die Gefahr gross, dass erst der Knorpel, dann auch der Knochen geschädigt werden, richtiggehend aufgerieben. Der Beginn einer Arthrose? Das Problem dadurch zu lösen, dass man ein angeblich belastungsfähigeres Material im Körper einsetzt (Stahl oder Keramik), kann nur eine Notlösung sein.

Die Gelenksverschiebung wird sichtbar

Fast alle Kniegelenke, die Schmerzen auslösen, zeigen irgendwann eine Fehlstellung der Knochen als Folge einer bindegewebigen Verzerrung. Nicht selten ist der Oberschenkel nach aussen rotiert, weil der Unterschenkel auch nach aussen gedreht ist. Der Fuss muss wieder nach innen rotieren, um das Gleichgewicht zu bewahren. [Senkfuss]. Solch eine Missstellung gilt es zu korrigieren und aufzulösen. Sie glauben, das geht nur mit einer Operation? Weit gefehlt. Wenn das Bein wieder im Gleichgewicht ist, die Spannung der myofaszialen Strukturen sich entsprechen, dann richten sich die Knochen ganz von selbst wieder nach dem für diesen Körper idealen Mass aus. Die Haltung wird sich ändern, die Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit wird erhöht und die Kraft wird zunehmen. Unsere Therapie hat als kurzfristiges Ziel die Schmerzbeseitigung, langfristig sollen jedoch die Knochen verschoben werden.

Die Muskeln sollten individuell behandelt werden

Bei der Behandlung in unserer Praxis wird zuerst die Muskulatur um das Kniegelenk herum mit myofaszialer Dehnung entspannt. Dadurch wird der Druck innerhalb der Kapsel gemindert. Die allseits geschwächten Muskeln brauchen eine differenzierte Zuwendung. Die krampfhaft verkürzten, schwachen Muskel-Sehneneinheiten (konzentrisch fixiert) müssen verlängert werden. Die überdehnten, ebenfalls schwachen auf der Gegenseite (exzentrisch fixiert) sollen wieder ihre normale Länge und den normalen Tonus finden. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten Sie selbst. Sie müssen die entsprechenden Übungen zu Hause regelmässig durchführen. Dann werden die Knochen wieder in ihre normale Stellung zurück finden.

Die Struktur folgt der Funktion.

Hier einige Tests, die Sie selbst durchführen können

Ist der Unterschenkel aussen- oder innenrotiert?

Markieren Sie auf ihrer fast kreisförmigen Kniescheibe den inneren und äusseren Rand mit einem Punkt. Nun suchen Sie den groben Höcker unterhalb auf dem Schienbein. Er ist gut zu tasten, denn er liegt unmittelbar unter der Haut, und machen dort ebenfalls einen Punkt. Die drei Punkte sollten jetzt ein gleichschenkliges Dreieck ergeben. Sie können jetzt selbst beurteilen, wie weit das Schienbein nach aussen oder innen gebogen ist. Nur, wenn der Punkt in der Mitte liegt, steht der Unterschenkel richtig.

Haben die Unterschenkelmuskeln vorne und hinten dieselbe Spannung?

Sie lassen die Füsse der gestreckten Beine zum Beispiel 30 cm aus dem Bett ragen. Entspannen Sie die Beine und ziehen nun langsam die Füsse zu sich hin (die Zehen bewegen sich auf Ihr Gesicht zu). Bleibt der angezogene Fuss auf derselben Linie wie der in der Ausgangslage entspannte oder weichen die Füsse (oder einer der Füsse) nach innen oder aussen ab? Sind die Fusswinkel noch gleich? Am besten lassen Sie diesen Test von einer anderen Person beurteilen, indem Sie selbst an die Decke schauen. Ihr Auge könnte beim Beobachten der Füsse eine selbständige Korrektur vornehmen.

Wie verteilen Sie Ihr Gewicht auf Ihre Füsse?

Stellen Sie sich ganz locker hin. Jetzt betrachten Sie Ihre Füsse von oben. Wie weit stehen die Füsse auseinander? Bei mehr als zwei Fussbreiten besteht ein Gleichgewichtsproblem nach beiden Seiten. Zeigt der rechte Fuss ein wenig weiter nach aussen? Dann ist wahrscheinlich Ihr rechtes Bein kürzer. Wenn Ihr Vorderfuss verdickt ist oder Sie sogar einen Hallux valgus aufweisen, dann ist Ihr Gewicht zu weit nach vorne verlagert.

Die jeweiligen Konsequenzen daraus sind als Veränderungen über Wirbelsäule, Schultergürtel bis zum Kopf sichtbar. Eine neue Problemzone ist im Begriff zu entstehen.

Überflüssige Knieoperationen



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