Karpaltunnelsyndrom

Versuchen Sie es mal mit der Behandlung an der Schulter. Das ist viel einfacher und effektiver, hält viel länger und hinterlässt keine Narben.

Eine Operation am Handgelenk, um den Karpaltunnel zu erweitern ist zwar die heutige Standardtherapie, aber eigentlich nicht mehr zeitgemäss. Nach Verlängerung der Fingerbeugesehnen an bestimmten Punkten durch Druck klingt die Entzündung der Sehnenscheiden ab. Mit entsprechenden Dehnübungen gibt es kein Rezidiv mehr. Die volle Beweglichkeit bleibt erhalten.

Beim Karpaltunnelsyndrom (Greifhandsehnen-Tunnel-Enge), so die übliche Vorstellung, ist ein Nerv eingeklemmt. Und wenn er nicht aus seiner Zwangslage erlöst wird, kann dieser Mittelnerv (nervus medianus), der die Hand versorgt, richtige Schwierigkeiten machen. Das anfängliche Kribbeln in Daumen und Zeigefinger, zu Beginn nur bei Nacht, kann den ganzen Arm einnehmen. Die Fingermuskeln, besonders die des Daumens, fangen an zu verkümmern. Die Hand ist nicht mehr richtig funktionsfähig. Starke Missempfindungen und Schmerzen vermiesen das Leben. Immer ist es die Arbeitshand, die als erste betroffen ist.

Nach der klassischen Interpretation ist der Raum zwischen den Handwurzelknochen und dem queren Handgelenkband zu eng geworden. Wie und warum das passiert ist, kann nicht schlüssig erklärt werden. In zu unterschiedlichen Fällen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, beobachten wir das Auftreten des Karpaltunnelsyndroms. Einmal ist es ein entzündlicher Prozess, dann eine Schwangerschaft, dann wieder scheint eine Störung im Hormonhaushalt eine Rolle zu spielen. Unsere Erkenntnis: es hat in jedem Fall etwas mit Enge zu tun. Nur wo die Enge auftritt, ist unklar.

Die guten Erfolge unter unserer Therapie legen folgende Erklärung nahe. In den meisten Fällen beteiligt sind die Beugesehnen der Hand und ihre dazu gehörigen Sehnenscheiden. Ob durch unadäquate Belastung (Schreibarbeit, Hausarbeit) oder durch Wassereinlagerung in die Sehnen (Schwangerschaft) kommt es zur Reizung der Sehnenscheiden. Hier in diesem Tunnel liegen sie eng beieinander. Jede Fingersehne hat ihre eigene Scheide. Kommt es zur Schwellung, hat das schwächste Glied im Tunnel als erstes zu leiden.

Sehnenscheiden haben eine wichtige Funktion.

Überall am Körper, wo lange Sehnen einem Bogen machen müssen, überall da sind Sehnenscheiden eingebaut. Normalerweise nicht tastbar, umschliessen sie als kleine Säckchen, dünn wie Cellophanpapier, für eine kurze Strecke die Sehne. Innen befindet sich eine zähe, glitschige Flüssigkeit. So wird sicher gestellt, dass auch bei sehr starker Belastung die einzelnen Sehnen in ihrem Kanal aber auch gegeneinander mühelos gleiten können.

Bei einer kontinuierlichen Überbelastung kann es erst zu einer Reizung, dann zu einer Entzündung kommen. Die kleinen, dünnen Säckchen werden aufgebläht, weil immer mehr Flüssigkeit gebildet wird.

In der Anfangsphase werden gymnastische Übungen empfohlen, die aber kaum den weiteren Verlauf beeinflussen können. Im fortgeschritten Zustand bleibt als einzige Wahl bisher die Operation. Das quere Handgelenkband wird durchtrennt. Zugegeben, das ist kein schwer wiegender Eingriff. Aber er hinterlässt eine Narbe, die sich gerne weiter zusammenzieht. Der grosse Nachteil, die Schmerzen sind zwar weg, aber die Beweglichkeit ist immer noch deutlich eingeschränkt. Die Finger haben ihre Wendigkeit verloren, die normale Kraft ist nicht mehr vorhanden, Unsicherheit und mangelndes Zutrauen scheinen unvermeidbar.

Eine sinnvolle Therapie beim Karpaltunnelsyndrom besteht in einem Weichmachen und Verlängern der übermässig angespannten Beugesehnen der Hand. Das geht ohne Spritzen und ohne Operation zumindest immer in der Anfangsphase. Ein dosierter Druck auf ganz bestimmte Abschnitte der Sehne verändert das bindegewebige Kollagen. Die einzelnen Fasern können sich jetzt wieder gegeneinander verschieben mit dem Effekt, dass die Sehne in ihrer Gesamtheit länger wird. Der Scheuereffekt auf die Sehnenscheiden entfällt. Im Tunnel ist wieder Platz für alle. Der Nerv kann sich wieder erholen.

Aber es gibt auch noch andere Beobachtungen, die die mysteriöse Handschwäche bewirken können. Der Mittelnerv ist ein Teil des Armgeflechtes (plexus brachialis), dessen Nerven zwischen fünf Kopfwirbeln austreten und durch Hals-und Schulterregion ziehen. Auf diesem Weg gibt es einige natürliche Engpässe, die den Nerv einklemmen können. Eine wesentliche Rolle spielen die Treppenmuskeln (mm. scaleni) im Hals und der kleine Brustmuskel (m. pectoralis minor) in der Schulter. Die Lösung von Verspannungen in diesen Muskeln können das Karpaltunnelsyndrom beseitigen, ohne Operation.

Eine weitere Engstelle passiert der Nerv im Unterarm. Wieder ist es ein Muskel. Der runde Einwärtsdreher (m. pronator teres). Durch Entspannung des Bindegewebes kann die Blockade aufgehoben werden.

Alle normalen Tätigkeiten mit der Hand können und sollen weiter durchgeführt werden. Da häufig die andere Hand nicht lange mit demselben Problem wartet, werden die beidseitig ausgeführten Dehnübungen zu einer sinnvollen Prophylaxe.



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