Hallux valgus (Schiefzehe) – Entlaste den Vorderfuss

ohne Operation wieder gerade

 

Hallux valgus im Röntgenbild mit Exostosebildung, Schmerztherapie Zürich

Die immer noch kontrovers geführte Diskussion darüber, ob hohe Absätze einen Hallux „machen“ oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen, scheint mir müssig zu sein. Es ist ganz einfach. Jeder, der auf die Dauer sein Gewicht auf den Vorderfuss verlegt, statt mindestens die Hälfte der Belastung auf die Ferse zu geben, muss mit einer Halluxbildung rechnen. Übertrieben und grob gesagt fordert man mit der Verlagerung des Gewichtes den Körper dazu, eine zweite Ferse (vorne) zu bilden. Dem voraus geht eine bewusste, für den Körper logische Absenkung des Fussgewölbes im Mittelfuss (Senkfuss, Spreizfuss, Plattfuss).X

Die ziemlich unvorteilhafte Gewichtsverlagerung ist nur möglich mit einer Fehlhaltung. Bei genauerem Hinsehen müssen mehrere Teile und Ebenen verschoben werden, um ein generelles Ungleichgewicht zu erhalten. Häufig betroffen sind ausser den Füssen die Unterschenkel, die Knie, die Oberschenkel, die Hüftpfannen, das Becken und die Lendenwirbelsäule, manchmal auch Schulter, Hals und Kopf. Man könnte sagen, der Hallux ist eine Art Warnsignal, auf andere Gelenke zu achten, die mit Sicherheit im Alter zu einer massiven Bewegungseinschränkung und zu Schmerzen führen werden.

Durch die Sehnenverlängerung der Fussmuskeln und die Entfilzung der verklebten Muskelbäuche erzielen wir, ähnlich wie bei einer Operation, den kosmetischen Effekt normaler Zehen. Das aus Verzweiflung überflüssig gebildete Gewebe an der Seite des Zehs wird tatsächlich vom Körper mit der Zeit wieder abgebaut. Anheben können wir das Fussgewölbe erst wieder (das macht der Körper ganz von alleine), wenn die Steigbügelfunktion über die bindegewebige Strassen des gesamten Beines wieder hergestellt ist und funktioniert. Dazu müssen die verschiedenen Muskelgruppen individuell behandelt und in eine neue Balance gestellt werden. Einen massgeblichen Einfluss hat als zentrale Verbindung die Stellung des Beckens (beide Darmbeine und das Steissbein), die wiederum abhängig ist von den grossen inneren und äusseren Lendenmuskeln. Das klingt ein wenig kompliziert. Man kann sich aber die Therapie einfach vorstellen, wie das Ziehen der Fäden bei einer Marionette. Durch den Zug nur an einem Faden (Faszie) lässt sich leicht die Haltung der ganzen Puppe verändern. Genauso können wir auch die Beckenstellung (Kippung, Neigung, Drehung) ändern und damit die gesamte Haltung beeinflussen. Ist das einmal geschehen, richten sich die restlichen Teile des Körpers automatisch selbst in ihre optimale Position. Die Knie werden nicht mehr so stark durchgedrückt, die Lordose flacht ab, die Schulter kommt wieder zurück, der Buckelansatz glättet sich wieder und der vor gestreckte Kopf kann ruhig wieder nach hinten seine normale Position einnehmen.

Wie der Körper sich ändert, kann nicht mit Bestimmtheit voraus gesehen werden. Insofern muss die Strategie der Therapie jedes Mal aus neue überdacht werden. Der Körper wird sich langsam ändern und sich in seine physiologisch vernünftige Form umwandeln. Welchen Weg er beschreibt, wird er selbst herausfinden. Unsere Aufgabe ist es, ihn zu beobachten, zu begleiten und hie und da Hilfestellung zu geben.

“Eine einmal eingetretene deutliche Fehlstellung der Grosszehe lässt sich nur durch eine Operation korrigieren. Diese ist im Falle von Schmerzen angeraten“, so lautet das wissenschaftliche Urteil über unser Thema bei Wikipedia.

Das ist mit Sicherheit falsch, wie wir aufs Neue jeden Tag belegen können.

Gegenüber diesen eher deprimierend anmutenden Aussichten muss meine Therapie geradezu als sensationell und revolutionär erscheinen. Es ist eine grundsätzlich andere Betrachtungsweise, die zu dieser neuen Lösung zwangsläufig führt.

Die Überlegung ist folgende: Könnte es nicht sein, dass gar nicht der Schuh der Übeltäter ist, der von aussen den grossen Zeh zur Seite schiebt und damit den 2. Zeh aus Platznot zu einer Hammerzehe zwingt, sondern dass lediglich eine Verkürzung der Sehnen die ganze Misere auslöst?

Der grosse Zeh wird gebeugt und gestreckt durch jeweils einen eigenen Muskel im Unterschenkel. Diese beiden Muskeln sind wesentlich stärker als die Muskeln, die für die gesamten übrigen 4 Zehen dieselbe Aufgabe übernehmen. Schuhe, vor allem feste, schnüren den Fuss ein und verhindern eine kontinuierliche Bewegung beim Laufen. Und das sich nicht richtig bewegen Können, wirkt sich auf die Sehnen aus. Sie müssen sich bei Inaktivität zusammen ziehen und werden damit kürzer.

Durch verkürzte Sehne wird Knöchel nach innen verschoben, Schmerztherapie ZürichWenn jeweils 2 starke Sehnen oben und unten an der Zehenspitze ansetzen und beharrlich nach hinten zur Ferse ziehen, wegen der festen Schuhe aber ein Ausweichen nach oben oder unten nicht möglich ist, bleibt nur noch eine Richtung für den grossen Zeh, das Abkippen nach aussen zur Seite. Der Zeh knickt ab und bildet einen grotesken Winkel. Mit der Zeit bildet sich dann an der am meisten seitlich belasteten und vortretenden Stelle zusätzlich auch noch Knochen aus. Ein grosser hässlicher Knoten entsteht, der zudem noch anfängt zu schmerzen.

Konservative Massnahmen wie Gymnastik, Massagen, Einlagen oder Barfuss gehen werden alleine keinen Erfolg haben. Dadurch können die Sehnen nicht wirklich verlängert werden.

Bei der operativen Korrektur wird ein kleiner Teil des Knochens entfernt, damit der Zeh wieder gerade gestellt werden kann. Jetzt passt auch wieder die verkürzte Sehne. Ist es nicht viel sinnvoller, die geschrumpfte Sehne zu verlängern, als ein Stück Knochen heraus zu meisseln? Auf jeden Fall werden so Narben vermieden, die ihrerseits wieder zu Schmerzen und Kontraktionen führen können. Die im weiteren Verlauf zu erwartenden Probleme mit Knie und Kreuz sind mit der alleinigen Betrachtung des Fusses nicht einmal in Bertacht gezogen.

Viel zu häufig sind die Sehen, bzw die Sehnenscheiden mit den Fussfesseln (retinacula) verbacken. Wie sollen sie Sehnen sich da frei bewegen können? Diese Befreiung ist immer der erste Schritt. Es folgt die manuelle Sehnendehnung und die Lösung der verbackenen Muskelbäuche. Die einfachen und effektiven Dehnübungen können dann anschliessend zu Hause gemacht werden.

In dem unten aufgeführten Beispiel sieht man die Wirkung und den Erfolg bei einem der häufigsten Fälle, einer mittelgradigen Schiefzehstellung. Eine Abweichung der Grosszehe nach aussen bis 12 ° ist völlig normal und bedarf keiner Korrektur. In unserem Beispiel messen wir vor der Behandlung am rechten Fuss 24°, am linken 23°. Wie erwartet bestehen Schmerzen und enge Schuhe sind gar nicht mehr zu tragen. Nach einer einmaligen Behandlung durch manuelle Sehnenpressur und zweimonatiger regelmässiger Dehnübungen sehen wir das Resultat im rechten Bild. Die Füsse sind abgeschwollen, haben insgesamt eine andere Form. Die Zehen haben sich wieder ein wenig aufgerichtet. Rechts beträgt der Winkel nun 19°, links nur noch 16°, also fast schon wieder normal. Schmerzen gibt es keine mehr. Alle Schuhe können wieder getragen werden.

 

Zustand nach einer einmaligen Behandlung und einer zweimonatigen Phase mit speziell. Zehenstellung jetzt:Rechts 19°, Links 16°, Schmerztherapie ZürichMittelgradiger Hallux valgus vor einer einmaligen Sehnendrucktherapie. Die Füsse sind geschwollen. Zehenwinkel: Rechts 24°, Links 23°, Schmerztherapie Zürich