Bandscheibenvorfall

Eine vorgefallene Bandscheibe - Gibt es das überhaupt?

Der Name Bandscheibenvorfall sagt es schon, was angeblich vorgefallen sein soll. Teile des Faserknorpelrings und des Gallertkerns sind nach hinten in den Wirbelkanal eingebrochen und drücken jetzt auf Rückenmark und/oder auf die seitlichen Nervenwurzeln. Starke, häufig in ein oder beide Arme (Brachialgie), im Halsbereich oder in ein oder beide Beine (Ischialgie) ausstrahlende Schmerzen im Lendenbereich, oft mit einem Taubheitsgefühl, manchmal auch Lähmungserscheinungen sind die Symptome der Diskushernie.

Das ist die bisher gängige Vorstellung von der Schmerzentstehung. Logischerweise richten sich danach die angebotenen therapeutischen Verfahren. Schmerzmittel, oral und auch lokal verabreicht, physikalische Therapie, Operationen. Zwischen den Schmerzschüben, Sport, Gymnastik, Rückenschule, Bäder, Fango usw.

Warum es überhaupt zu einem Bandscheibenvorfall kommt, wird so erklärt. Durch den aufrechten Gang wird ein Druck auf die Zwischenwirbelscheiben ausgeübt. Diese werden zusammengepresst. Dadurch ist die Versorgung durch Sauerstoff und Nahrung unzureichend. Flüssigkeit wird herausgepresst. Die Bandscheibe wird brüchig. Der gelartige Kern dringt durch das morsche Gewebe und versperrt in den knöchernen Röhren den Weg der Nerven, die aus dieser Falle nicht ausweichen können.

Diese Darstellung ist nur zum Teil richtig. Sie vernachlässigt die Tatsache, dass das leichte Zusammenpressen der Bandscheibe beim stehenden Menschen für die Versorgung notwendig ist. Dadurch wird Flüssigkeit aus der Scheibe gepresst. Im Liegen wird die umgebene Versorgungsflüssigkeit wieder ein gesaugt. Das funktioniert wie bei einem Schwamm. Da die knorpelige Struktur der Scheibe weder Gefässe noch Nerven hat, ist sie auf diesen Pumpmechanismus angewiesen. Das ist auch der Grund dafür, warum wir alle morgens grösser sind als abends.

Wichtig ist also, dass sich die Bandscheibe wieder ausdehnen kann. Wenn das nicht möglich ist, kann es früher oder später zu der oben beschriebenen Katastrophe, dem Bandscheibenvorfall, kommen.

Zwischenwirbelscheibe mit Gallertkern, Schmerztherapie ZürichDie Frage ist also: Warum kann sich die Bandscheibe nicht mehr ausdehnen. Warum bleibt sie in einem mehr oder weniger ausgepressten Zustand? Es sind die verkürzten Strukturen des hier überall vorhandenen Bindegewebes, das in Form Platten, Sehnen und Bändern die Bandscheiben einschnürt. Die Anfangsursache für diese Verkürzung ist in den meisten Fällen eine Inaktivität der Bauchmuskeln durch eine schlechte Haltung. Die ganze Vorderseite ist zu kurz. Die Schultern sind nach vorne gezogen und durch zu langes Sitzen auch noch das Becken nach vorne geschoben. Kein Wunder, dass die Rückenmuskulatur Schwierigkeiten hat, permanent den ganzen Rumpf nach hinten zu ziehen. Dafür ist die Muskulatur nicht eingerichtet. Eine reaktive Verspannung ist die Folge. Wenn die Klammer von vorne und hinten immer enger wird, treten die ersten Schmerzen auf.

Die Bandscheiben halten diesen zunehmend fester werdenden Schraubstock ziemlich lange aus, ohne eigentlichen Schaden zu nehmen und ohne irgendwelche Veränderung zu zeigen. In dieser Phase kann man das ganze Problem leicht lösen, indem man einfach die Spannung wegnimmt und die Bandscheiben und benachbarte Gelenke, die ja immer auch mit betroffen sind, befreit.

Woher kommen die Schmerzen, wenn der knöcherne Nervenkanal nicht verengt ist und wenn auch sonst keine sichtbaren Veränderungen festzustellen sind? Die Antwort kann nur sein: Aus dem verspannten Bindegewebe, das die Form und Struktur für die eingeschlossenen Muskelfibrillen bildet. Wenn weit entfernt vom Geschehen die Ausstrahlungen schmerzen und lähmen, sind Nerven beteiligt. Diese ziehen, meist zusammen mit Gefässen, durch verspannte Muskelstränge. Deren bindegewebige Fasern verbacken, können nicht mehr geschmeidig gegenseitig gleiten und quetschen Nerven und Gefässe ab. Die Versorgung ist eingeschränkt. Autochthone Rückenmuskulatur Schmerztherapie ZürichDie oberflächlichen Schichten des Nerven sind zuerst betroffen (Schmerzen, Taubheit, Kribbeln), später auch die tieferen Schichten (Lähmung).Sobald das Muskel-Bindegewebe-System durch unsere Methode entspannt wird, verschwinden die Symptome wie Nebel in der Morgensonne.

Während man im Prinzip jeden Muskel passiv dehnen kann und damit auch die verkürzten Sehnen langsam, aber doch spürbar verlängert werden können, bietet uns die Rückenmuskulatur eine Besonderheit, die sogenannten autochthonen Muskeln, die sich mit den Wirbeln an Ort und Stelle entwickelt haben, im Gegensatz zu allen anderen Rückenmuskeln, die von den Seiten und Extremitäten "eingewandert" sind.

Diese Muskeln agieren unabhängig von unserem bewussten Willen. Obwohl zur quergestreiften Muskulatur gehörig, können diese Teile für die meisten Menschen nicht angesteuert werden. Wir kennen das von der glatten Muskulatur, zum Beispiel des Darmes, die auch nicht willentlich beeinflusst werden kann. Das heisst, diese Muskeln sind auch nicht trainierbar und schwer zu dehnen.

Mit der myofaszialen Druckpunktpressur erreicht man auch deren Tastkörperchen ganz gut, auch diese Sehnen entspannen sich und können verlängert werden. Ein einzigartiges Phänomen, das bisher weder bekannt war noch in irgendwelcher Weise Einzug gehalten hat in eine bekannte Therapie.

Dabei ist der Erfolg verblüffend und faszinierend zugleich. Wenden wir die myofasziale Dehnung bei den betroffenen, einengenden Muskeln an, dann verschwindet ein Grossteil der Schmerzen schon bei der ersten Behandlung innerhalb von Minuten. Das ist ein Gefühl von Befreiung und Erlösung und die vorher bestehende Bewegungsblockade ist weitgehend aufgehoben.

Unnötige Rückenoperationen

Schattenseite der Medizin

Exzesse mit der Spritze

Reden statt Röntgen