Die Faszie, ein einziges Organ, das alles durchdringt

Um das Wesen der Faszie wirklich richtig verstehen zu können, sollten Sie sich ein einziges, eigenes, universelles Organ vorstellen, das aus Bindegewebe besteht. Das sich vorzustellen, ist gar nicht so einfach. Und weil dieses Bild offensichtlich zu ungewöhnlich ist, wird der Plural „Faszien“ ebenso gebraucht, in der normalen Alltagssprache sogar meistens.

Verschiedene Faszien-Schichten aber nur eine Faszie

Der universelle Begriff wird auch von Fachleuten in der Medizin selten so gebraucht und verstanden, vor allen Dingen, wenn sie vor einem Laienpublikum sprechen. Wenn von “Faszien-Dehnung“ oder “Faszien-Therapie“ oder “Faszien- Gymnastik“ die Rede ist, hat man ein anderes Bild vor Augen.

Nicht nur ein Mantel oder eine strumpfähnliche Struktur

Man meint damit die durchgehenden Strukturen, die in verschiedenen Schichten, quasi wie ein Mantel, Teile des Körpers durchdringen und umgeben. Wenn Sie zum Beispiel die Orangenhaut am Oberschenkel durch Massage und Dehnung behandeln, dann wollen Sie die Faszie darunter beeinflussen, die wie ein ummantelnder Strumpf dicht unter der Haut eine zusammenhängende Bindegewebsschicht bildet. Durch Zerreissen der feinen Verbindungen zwischen der eher starren, flächenförmigen Faszienschicht und der Haut sollen die unerwünschten Einziehungen verschwinden. Diese Sicht ist durchaus richtig. Denn das ist eine der vielen zusammenhängenden Faszienschichten, die den Körper durchdringen.

Die Faszie ist nicht abgeschlossen

Aber mit diesem Bild kommt gleichzeitig die Vorstellung zum Tragen, die Faszie sei so etwas Abgeschlossenes ist wie ein Knochen oder Blutgefäss, also ein Teil des Körpers. Das Wesentliche, Universelle und Erstaunliche kommt bei dieser Vorstellung nicht zum Tragen. Zu schnell vergessen wir die Einheit des Körpers und die verbindende Beziehung der einzelnen Teile zueinander und bewegen uns gedanklich wieder auf der Ebene eines losgelöst funktionierenden Unterarms oder eines isolierten Knochendefekts.

[Belastungsstrasse]

Eine moderne Struktur wie das Internet, ein Netz

Das Internet als einen grossen, erdumfassenden, virtuellen Raum zu sehen, war anfangs auch schwierig. Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Einige Eigenschaften der Faszie erinnern an die des Netzes. Es ist tatsächlich ein Netz. Nicht fassbar und nicht abgrenzbar, hat die Faszie keinen Anfang oder Ende und auch keine Zentrale. Ein wenig überall ist mittendrin, wie unsere heutige Vorstellung des Weltraums. Dabei fällt es nicht schwer, Strukturen klar voneinander abzugrenzen, isolierte Arbeitsbereiche zu definieren und gleichzeitig unterschiedliche Funktionen parallel zuzuordnen.

Im Grossen wie im Kleinen – einzigartig

Zu dieser allumfassenden Sicht passt gut eine andere, nur auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache. Auf der Zellenebene im Kleinen sind die Leistungen und Eigenschaften völlig anders als die Phänomene, die wir an unserem Körper im Grossen täglich sehen und erfahren können. Im mikroskopischen Bereich werden in den Zellen mannigfache chemische Wunderwerke erzeugt. In unserer sichtbaren Welt müssen wir über diese genialen physikalischen Eigenschaften staunen.

Die Faszie im mikroskopisch kleinen Bereich, die Welt der Bauelemente und der Zellen

Eine der Aufgaben der Faszie besteht darin, für die perfekte Organisation im mikroskopischen Bereich zu sorgen. Nur die Faszie verbindet die einzelnen Zellen miteinander. Zwischen diesem dreidimensionalen Netz wogt die so genannte Extrazelluläre Matrix. Über sie werden die einzelnen Körperzellen mit allem versorgt, was sie brauchen. Die Produktion der benötigten Stoffe und Moleküle besorgen die unterschiedlichen Typen von Bindegewebszellen. In den verschiedensten chemischen Fabriken innerhalb der Zelleinheiten werden die Teile je nach Bedarf zusammengesetzt. Anschliessend werden sie abgesondert und in die umgebende Flüssigkeit ausgeschieden. Die Palette der Produkte ist gross. Je nach Funktion und lokalen Bedürfnissen werden es harte Materialien sein, wie beim Knochen oder Knorpel. Es kann aber auch ein strukturiertes Substrat sein für die eher formbaren, weicheren Teile.

Alle Zellen sind miteinander verbunden

Die Faszien mit ihrer netzförmigen Struktur durchdringen überall diese Extrazelluläre Matrix und sorgen mit ihren universellen Fähigkeiten für Zusammenhalt und perfektes Funktionieren. Nur so kann die Kommunikation ungestört ablaufen und der Aufbau und das Wachstum nach einem vorliegenden Plan an jeder Stelle des Körpers sofort ausgeführt werden. Wie diese morphogenetischen Eigenschaften umgesetzt werden, ist noch nicht bekannt; auf jeden Fall ist ein äusserst kommunikationsintensives Umfeld erforderlich.

Der Sitz der Heilung

Eine der wichtigsten Hauptfunktionen liegt in der Abwehr. Die Faszie schützt den Körper gegen Krankheitserreger und Infektionen (Pharmaindustrie). Wie sie das im Einzelnen macht, ist noch nicht ganz klar, aber eins können wir heute schon mit Gewissheit sagen: Jede äussere und auch innere Verletzung würde ohne die Fähigkeit dieses Gewebes nicht heilen können (Krankenhaus).

Die mannigfachen Funktionen in der sichtbaren Welt

Unser Körperwasser von 40-50 l bei einem Erwachsenen wird durch pulsierende und elastische Bewegung dauernd in Bewegung gehalten (universelle Transporte). Massgebende Impulsgeber hierfür sind die verschiedenen Muskelkontraktion, aber hauptsächlich die Atmung. Kanäle werden gebildet und mit den unterschiedlichsten Filtersystemen ausgestattet. Speicher werden errichtet und Schleusen dirigieren Richtung und Druck. Daneben wird der Blutfluss geregelt (Energieversorgung), die Organisationen der Lymphe übernommen (Abwasser und Recycling) und eine Fülle von biochemischen Prozessen in Gang gesetzt (Chemische Industrie). Das Ganze regelt und organisiert sich von selbst (Verwaltung) und Kontrollmechanismen überwachen den ordnungsgemässen Verlauf (Ordnungskräfte).

Das Nachrichtensystem ist bemerkenswert

Das Bindegewebe hat ein eigenes Nachrichtensystem, das unabhängig von den Nerven funktioniert. Nicht nur Druck, sondern auch andere Informationen werden dreimal schneller als der Schall und etwa zehnmal so schnell wie über Nervenleitungen transportiert (über 1 km/s). Die Nachrichten breiten sich wellenförmig in alle Richtungen gleichzeitig aus. So wird jede einzelne Zelle des Körpers sofort informiert. Egal, von wo die Nachricht ausgeht. Das ist wirklich einzigartig. Das bedeutet: Was immer an einem Ende des Körpers geschehen mag, das andere Ende weiss im selben Moment darüber Bescheid. Alles ist miteinander verbunden, jeder profitiert von der Fähigkeit des einen oder leidet mit dem anderen.

Faszien können sich in Form und Länge plastisch verändern

Wenn ein Muskel unter Dauerspannung steht, kann er sich nicht mehr genügend kontrahieren. Die umliegende Faszie zieht sich zusammen und verhärtet. In der Folge können sich schmerzhafte Knoten bilden (Trigger Punkte). Die Dauerspannung erzeugt permanente, lokale elektrische Ladungen (Piezoelektrische Effekte), die entlang der myofaszialen Bahnen oder der einzelnen Myofibrille (kleinste Muskeleinheit) nach oben und unten weitergeleitet werden. Die das Muskelgewebe umgebende bindegewebige Faszie kann unter bestimmten Bedingungen verlängert werden und diesen Zustand auch beibehalten. Ergebnis: Eine plastische Verformung. Es werden neue Fasern eingelagert, ein neues Fasernetz wird gebildet, die Ausrichtung nach der jeweiligen Belastung wird neu bestimmt. Danach kann die Faszie nicht so ohne weiteres wieder in ihre alte Form zurückkehren. Es wird so eine Art neuer Haltegurt für den Muskel geschaffen. Dadurch ist eine neue Körperhaltung möglich und die alte, spannungsreiche und unausgeglichene Haltung kann sich ändern.

 Die Faszie entwickelt sich aus den ersten Embryonalzellen

Nach der Befruchtung einer Eizelle, teilt sich diese. Aus 2 Zellen werden ziemlich regelmäsig 4, dann 8, 16 usw., eine logarithmische Entwicklung. Nach zwei Tagen finden wir schon ein kleines kugeliges Gebilde, am nächsten Tag (3.Tag) bildet sich innen in der Kugel ein Hohlraum (Morulastadium). Und jetzt passiert folgendes: ein Teil der Zellen auf der einen Seite wird nach innen gepresst, so ähnlich wie wenn Sie mit der Handkante einen schlaffen Luftballon eindrücken. Eine stiftförmige Reihe von diesen Ballonzellen ist also nach innen in den Hohlraum gefaltet worden (ab 4.Tag). An dieser Achse richtet sich dann später der gesamte Körper aus. So wird hier zum Beispiel auch die Wirbelsäule gebildet. Und genau hier, an dieser Stelle und in diesem Moment, bevor die erste Woche vergangen ist, beginnt die Entwicklung des großen Netzes, das den ganzen Körper bis in jeden Winkel durchziehen wird und das uns bis zum Lebensende auch erhalten bleibt.

Die Grundachse und die Grundlage unseres Lebens

Die Faszie ist praktisch der Ackerboden, ohne den nichts wachsen würde. Keine anderen Organe könnten entstehen. Diese Netzstruktur wird jede einzelne Zelle im Körper ihr Leben lang begleiten, sie kennt jeden Winkel und hat bei jedem Aufbau und Umbau mitgeholfen. Sie ist der Nährboden, die Mutter, der Problemlöser für jede Form von Schwierigkeit.

Die Faszie faltet sich

Das Netz breitet sich aus und faltet sich weiter und weiter und noch einmal und bald ist auch schon ein richtiges Lebewesen erkennbar. Erst kann man nicht so richtig unterscheiden, was das werden soll, denn dieser kommaförmige Wurm könnte genauso gut ein Küken oder ein Kaninchen sein. Aber diese Phase bleibt uns nicht erspart. Wir müssen die gesamte Entwicklungsgeschichte des Menschen nicht genau, aber in den wesentlichen Schritten im Eiltempo noch einmal durchmachen. Bewährtes bleibt erhalten, und was nicht mehr brauchbar erscheint, wird ummoduliert. Schlussendlich bildert sich eine menschliche Gestalt heraus.

Das Wissen von unserer Form und Haltung liegt in der Faszie

Die Idee der Form und der richtigen Konstruktion muss auch in der Faszie verankert sein. Dabei gibt es keinen Masterplan, der vorschreibt, wie die Figur letztlich auszusehen hat. Die Erbsubstanz, in der DNA festgelegt, spielt zwar eine Rolle, ist aber nicht eine Matrize für den Körper. Offensichtlich können auch bei Bedarf Zellen ihre Funktion ändern. Zwischen diesem Gerüst entwickeln sich dann die verschiedenen Spezialzellen und alles, was zum Aufbau nötig ist.

Alle Körperteile bestehen aus dem selben Material

Die alte Vorstellung von isolierten Teilen hat hier keinen Platz mehr. Es gibt keine Knochen mehr, an denen irgendwelche Muskeln hängen und es gibt auch keinen Kopf mehr, in dem ein Gehirn sich gebildet hat. Das ist alles aus demselben Material entstanden, es ist dasselbe Material, nur jeweils in einer anderen Erscheinungsform. Das alles ist tatsächlich so, wie in einem Märchen. Sie bekommen einen Palast gebaut, einen wunderbaren, prächtigen Palast wie wir ihn aus 1001 Nacht kennen, allerdings alles aus einem einzigen Material. Steine, Mörtel, Beton, Holz, Glasfenster, Marmorböden, Wasserleitungen, Brunnen, Teppiche, Decken, Vorhänge, Stühle und Tische, Gold, Silber, Edelsteine, alles ist aus demselben Stoff entwickelt und alles ist nach einem optimalen, bestens funktionierenden Plan aufgeteilt und oganisiert. Der Baumeister ist die Faszie, der Plan ist klar und ganz selbstverständlich, kann aber auch jederzeit geändert werden. Die Faszie baut alles zusammen, lückenlos und passend von Versorgungsleitungen, wie Adern bis zu speziellen Organen, wie Lunge, Leber oder Gehirn.

Muskeln werden eingepackt in Taschen

Die besonderen Zellen im Bewegungsapparat nennen wir dann Muskeln. Oder moderner ausgedrückt, in diesem Fasziennetz gibt es über 600 verschiedene Taschen, die Muskelgewebe entwickelt haben. Diese sind alle miteinander verbunden durch Bindegewebe. In den Bereichen, die wie auch immer belastet werden, entstehen Ketten. Da früher nur die Muskeln die Aufmerksamkeit von Anatomen auf sich gezogen haben, war man auch fleissig bemüht, entsprechende Namen zu finden, die ungefähr die Funktion angeben sollten. Man hat also die zusammenhängenden Muskelstrukturen als eigenständig definiert. Nicht immer war die Funktion der einzelnen Muskeln so einfach festzulegen, da bei den meisten Muskeln die Vektoren der einzelnen Muskelfibrillen, welche die Kraftrichtung angeben, in verschiedene Richtungen zeigen. Deutlich können Sie das verfolgen und nachvollziehen an Ihrem Oberarm, wo der Delta Muskel, der von der Schulter zum Arm runter führt, sowohl nach vorne, zur Seite und auch nach hinten Fasern entwickelt hat.

Die Vorstellung von Muskeln in der Renaissance

Um damals, in der Renaissance, die Funktion der Muskeln eindeutig zu bestimmen, hat man im Prinzip folgendes gemacht: An einem Skelett wurde lediglich der zu untersuchende Muskel belassen. Alles andere wurde entfernt. Wenn man den Muskel nun verkürzte (anzog), kannte man auch seine Funktion (dachte man), da jetzt die dazugehörige Knochenstellung eine andere war. Das Verfahren ist natürlich mit technischen Mitteln wesentlich verfeinert worden, aber im Prinzip ist die Grundvorstellung heute noch dieselbe. Damit kann aber nur eine grobe, wenig differenzeirte  Funktionsbestimmung erreicht werden.

Es gibt keinen einzelnen Muskel mehr

Nach heutigen Erkenntnissen müssen wir also feststellen: Der einzelne individuelle Muskel ist eine Illusion, es existiert nur ein zusammenhängendes Fasziennetz mit Muskelelementen. Diese können so miteinander verbunden werden, dass die Funktion ein völlig anderes Resultat liefert, als ein Lehrbuch sie ausweist. Entsprechend sinnvoll ist es, bei irgendwelchen körperlichen Unregelmäßigkeiten genau hin zu sehen, welche Teile mit welchen tatsächlich funktionell verbunden sind. Aus diesen Verbindungen leiten sich dann die vielfältigen neuen Eigenschaften und auch die bisher noch ungeklärten Phänomene ab.

Die Grundelemente der Faszie

Mikroskopisch besteht die Faszie aus zähen Fasern und gallertartiger, klebrigen Grundsubstanz in einem Salzwassersee. Damit werden alle einzelnen Körperzellen, alle Organe und Gewebe im gesamten Organismus zusammengehalten und in Form gebracht. Es ist die Faszie, die für Erneuerung, Reparatur, Immunabwehr sorgt und auch sonstige, anfallende Probleme beseitigt. Diese einfach scheinende Konstruktion kann sämtliche Arten von Gewebe in unserem Körper herstellen, seien sie sehr hart, wie die Zähne, oder weicher wie Knorpel, Herzklappen oder gar die durchsichtige Hornhaut des Auges. Alles, was im Körper ist, besteht auch aus Bindegewebe oder Faszie. Es gibt also eigentlich keine Grenzen zwischen den Organen, nur eine neue Tasche mit neuem Inhalt. Die Faszie sorgt dafür, dass alles fließend miteinander verbunden ist. Lediglich die Erscheinungsformen, ob weich oder hart und die Funktion, mit oder ohne Spannung, lassen die Gewebe “anders“ erscheinen, die wir dann entsprechend auch mit unterschiedlichen Namen belegt haben.

 Alles ist mit allem verbunden

Die einzelnen Organsysteme treten also miteinander in Beziehung. Bei manchen kann man sich das leicht vorstellen, weil sie in einer Linie liegen, wie zum Beispiel beim Bein. Andernorts ist es nicht ganz so offensichtlich, wie zum Beispiel die Beziehung des vorderen Bauchmuskels zum Darm. Im chinesischen Kulturkreis hat man schon lange von diesen Zusammenhängen gewusst und auch in der Medizin angewandt. Eine kleine Überraschung war dann doch, dass das traditionelle Meridiansystem der Akupunktur ziemliche Ähnlichkeiten aufweist mit den faszialen Zuglinien. Beide Systeme betonen die Einheit. Beide haben nachweislich etwas mit der Faszie zu tun. Die Akupunkturnadel, an der richtigen Stelle gesetzt, kann ein Teil des Systems entspannen. Sichtbares Ergebnis ist die schlaff herunter hängende, leicht entfernbare Nadel, die nachweisbare Reaktionen in der intra- und extrazellulären Matrix ausgelöst hat. Wenn die Faszie alles miteinander verbindet, so liegt der Gedanke nahe, dass eigentlich bei jeder Art von Erkrankung dieses System immer mitbeteiligt sein muss. Das erklärt auch die immer wieder überraschenden Heilerfolge bei Krankheiten, die man bislang gar nicht richtig einschätzen kann

Die Kontinuität ist wichtig

Wer sich die Faszie im embryonalen Zustand vorstellen kann, als noch alles sehr weich und flüssig war, der wird wahrscheinlich am ehesten die spätere Realität verstehen können. Die Grundsubstanz und die Elemente, die dazugehören, sind alle die gleichen. Lediglich die Härte ist unterschiedlich. Aber dafür mussten nur ein paar Kristalle eingebaut werden. Ganz wichtig ist diese Kontinuität zwischen Knochen und Sehnen. Hier ist es so, dass die Sehnen in den Knochen hinein wachsen. Es gibt also gar keine Grenze zwischen hart und weich. Nicht zufällig befinden sich auch hier die Schmerzrezeptoren, die wir hier bequem behandeln können.

Langfristige Belastung formt die Struktur

Wenn etwas kaputt ist, wird es wieder zusammengefügt, egal ob weiche Haut oder harter Knochen. Auf Belastung wird auch individuell reagiert, besonders auf langfristige. So hat ein argentinischer Gaucho, der den ganzen Tag im Sattel sitzt und an der Innenseite seines Oberschenkels einen harten Bindegewebsstrang ausgebildet hat, einen anderen Belastungszug als ein Staatsschreiber von Zürich, der auch den ganzen Tag sitzt (bei Gottfried Keller wissen wir sicher, dass es so war). Der normale Europäer hat die Versteifung des Gewebes an der Außenseite des Oberschenkels, das Iliotibalband (ITB).

Die Eigenschaften der Faszie.

Die Faszie entsteht aus den embryonalen Stützzellen und ist daher in seiner Struktur noch nicht festgelegt. D.h., sie kann die verschiedensten Formen und Strukturen annehmen. Das ist eine der Gründe für die vielfältigen Eigenschaften. Erstaunlich ist auch, dass sie auf zwei verschiedenen Ebenen perfekt organisiert ist. Der mikroskopischen im Zellenbereich, wo vor allen Dingen die Abwehr und die Reparatur die wichtigste Rolle spielt, aber auch auf der makroskopischen Ebene ist sie massgeblich verantwortlich für die Sicherheit und die Abwehrfunktion des Körpers in der groben Umwelt durch geschickte Verteilung von Druck und Zugkräften.

Zusammenfassend heisst das: Hat keinen Anfang, kein Ende, kein Zentrum, ist nicht abgrenzbar, schafft einen dreidimensionalen Raum. Kann fast alle Bausteine bilden, konstruieren und zusammensetzen, aus denen Leben besteht und die den Menschen ausmachen. Kann die Produkte anschliessend in die Matrix abgeben und zum Zielort bringen

  • Formt und strukturiert alles
  • Filtert und reinigt die Extrazelluläre Matrix
  • Bildet Kanäle und Schleusen und verteilt so die extrazelluläre Flüssigkeit
  • Hat Morphogenetische Fähigkeiten
  • Dient als Informationsspeicher
  • Betreibt Kommunikation und Austausch auf Zellebene
  • Ist verantwortlich für Wachstum und Reparatur in allen Bereichen
  • Wehrt alles Schädigende ab und schützt Zellen und Gewebe
  • Kann Druck und Zug ausgleichen bis in die entferntesten Winkel
  • Besitzt ein superschnelles Nachrichtensystem (>1 km/s)
  • Kann seine Struktur ändern durch Wechsel vom Sol- zum Gelzustand
  • Überträgt Energie durch Piezoelektrischen Effekt
  • Ist in Form und Länge plastisch dehnbar

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